Mutmaßliche IS-Anhängerin nach Rückkehr aus Türkei in Hamburg festgenommen

Erneut ist eine aus der Türkei abgeschobene mutmaßliche Anhängerin der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nach ihrer Ankunft in Deutschland verhaftet worden. Die 30-Jährige wurde am Mittwochabend nach ihrer Landung auf dem Hamburger Flughafen festgenommen, wie eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft der Stadt am Donnerstag sagte. Ihr wird demnach unter anderem die Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung vorgeworfen.

Gegen die Frau, die laut Staatsanwaltschaft in Begleitung ihrer zwei Kinder einreiste, lag demnach ein vorab von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ausgestellter Haftbefehl vor. Inzwischen werden die Ermittlungen aber von der Hamburger Generalstaatsanwaltschaft geführt.

Die Frau sollte am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Ihr wird auch ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zur Last gelegt. Weitere Einzelheiten zu der Verdächtigen und dem Fall nannte die Sprecherin der Hamburger Anklagebehörde zunächst nicht. Ihre Kinder befänden sich derzeit "in staatlicher Obhut".

Die Türkei schickt bereits seit einiger Zeit mutmaßliche ausländische IS-Anhänger in deren Heimatstaaten zurück. Schon mehrfach kamen so mutmaßliche Dschihadisten in Deutschland an, teils mit ihren Familien.

Laut "Bild"-Zeitung soll die in Hamburg festgenommene Verdächtige zum Islam konvertiert und ihrem früheren Freund nach Syrien gefolgt sein, das Land aber nach dessen Tod in Richtung Türkei verlassen haben. Dort wurde sie festgenommen und saß in Auslieferungshaft.

Ihre Kinder sind laut "Bild" und anderen Medienberichten zwei und vier Jahre alt. Die Rückkehr aus der Türkei erfolgte demnach mit einem normalen Linienflug. Direkt nach der Landung nahmen Bundespolizisten die Frau in Empfang und eröffneten ihr den vorliegenden Haftbefehl.