Mutmaßlich falsche Ärztin aus Nordhessen wegen fünffachen Mordes angeklagt

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Die Staatsanwaltschaft Kassel hat gegen eine mutmaßlich falsche Ärztin Anklage wegen fünffachen Mordes aus niederen Beweggründen erhoben. Die Anklage wirft der Frau in elf weiteren Fällen gefährliche Körperverletzung vor, wie die Anklagebehörde am Montag mitteilte.

Die 49-Jährige soll sich über gefälschte Unterlagen eine Stelle als Assistenzärztin in einem Krankenhaus im nordhessischen Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis erschlichen haben. Von November 2015 bis August 2018 soll sie dort ohne ärztliche Zulassung unter anderem als Assistenzärztin in der Anästhesie gearbeitet haben.

Bei den Anästhesien soll es laut Staatsanwaltschaft in mehreren Fällen unter anderem durch die fehlerhafte Dosierung der Medikamente zu Behandlungsfehlern gekommen sein. Angeklagt sind 16 Fälle, in denen es zu Gesundheitsschäden gekommen sein soll, in fünf davon sollen die behandelten Patienten infolge der Behandlungsfehler gestorben sein. Dies soll die 49-Jährige "aus eigensüchtigen Motiven in Kauf genommen" haben.

Angeklagt sind zudem zahlreiche weitere Gesetzesverstöße, darunter unter anderem Urkundenfälschung, Betrug sowie Missbrauch von Titeln und Berufsbezeichnungen. In einem weiteren Verfahren werden Behandlungen der Frau auf Fehler überprüft. Die Ermittlungen dazu seien noch nicht abgeschlossen, hieß es. Ermittelt werde zudem, ob einem vorgesetzten Arzt Aufsichtspflichtverletzungen vorzuwerfen sind.

in dem Fall wurde seit Januar 2019 ermittelt. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen wurde im November die Leiche eines 80-Jährigen exhumiert. Nach der rechtsmedizinischen Untersuchung wurde der Leichnam noch am selben Tag wieder beigesetzt.