Mutko gibt Vorsitz von Organisationskomitee für Fußball-WM in Russland ab

Im Zuge der massiven Doping-Vorwürfe gegen russische Sportler legt der russische Vize-Regierungschef Witali Mutko den Vorsitz des Organisationenskomitees für die Fußball-

Im Zuge der massiven Doping-Vorwürfe gegen russische Sportler hat der russische Vize-Regierungschef Witali Mutko den Vorsitz des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in seinem Heimatland niedergelegt. Den Posten übernehme der amtierende Direktor des Gremiums, Alexej Sorokin, erklärte Mutko am Mittwoch russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Anfang Dezember wegen des Dopingskandals in Russland gegen Mutko ein lebenslanges Olympia-Verbot ausgesprochen.

Am Montag hatte Mutko bereits erklärt, dass er sein Amt als Präsident des russischen Fußball-Verbandes für sechs Monate ruhen lasse. Seine Entscheidung, den Vorsitz des WM-Organisationskomitees ab sofort an den amtierenden Direktor des Gremiums, Alexej Sorokin, abzutreten, verkündete Mutko nach einer Sitzung des Koordinierungsrats der russischen Regierung für die WM-Vorbereitungen.

Sorokin werde nun die Abstimmung mit dem Fußball-Weltverband Fifa übernehmen, erklärte Mutko. Es sei davon auszugehen, dass die russischen Zusagen an die Fifa bis zum 30. Mai erfüllt seien. "Es gibt noch viel Arbeit, aber ich bin absolut sicher, dass alles rechtzeitig bereit sein wird", versicherte Mutko. Er selbst werde sich "auf die Arbeit in der Regierung konzentrieren".

Die Fifa dankte Mutko in einer Erklärung "für seinen unschätzbaren Beitrag zu den bisherigen Vorbereitungen für das Turnier". Der Weltverband werde jetzt mit Sorokin daran arbeiten, "ein außergewöhnliches Ereignis im Juni und Juli zu liefern". Sorokin erklärte, seine Ernennung zum Vorsitzenden des Organisationskomitees sei "eher plötzlich" gekommen, aber dies werde die Vorbereitungen in den kommenden Monaten nicht behindern.

Mutko gilt als Schlüsselfigur im Skandal um russisches Staatsdoping. Das IOC hatte Anfang des Monats wegen des Dopingskandals entschieden, dass bei den nächsten Olympischen Winterspielen keine Athleten unter russischer Flagge antreten dürfen. Nachweislich nicht gedopte russische Sportler können bei den Spielen im Februar im südkoreanischen Pyeongchang aber unter der olympischen Flagge teilnehmen. Gegen Mutko sprach das IOC zugleich ein lebenslanges Olympia-Verbot aus.

Den Vorwurf, dass russische Athleten bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi gedopt waren, weist Mutko zurück. Der 59-jährige Politiker teilte am Mittwoch mit, dass er seinen Olympia-Ausschluss vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) angefochten habe. Der in Lausanne ansässige Gerichtshof erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, dass Mutkos Einspruch noch nicht eingegangen sei.

Die IOC-Entscheidung gegen Russland ist für die Führung in Moskau ein großes Ärgernis. Sie fiel nur wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl in Russland am 18. März. Die Fußball-WM findet vom 14. Juni bis zum 15. Juli statt.