Muslime und Kräuterschnaps: Ex-CDU-Politikerin Erika Steinbach fällt auf Satire rein

Erika Steinbach stand bereits mehrfach für rechtspopulistische Tweets in der Kritik. (Bild: AP Photo)

Wieder polarisiert Erika Steinbach auf Twitter. Die ehemalige CDU-Politikerin postete am Freitag ein Foto des Magazins „Der Gazetteur“ und verhöhnt damit die muslimische Gemeinde. Sie hatte nicht gemerkt, dass es sich um ein Satire-Magazin handelt.

„Verletzt seine religiösen Gefühle: Muslim will wegen Kreuz im Logo keinen ‚Jägermeister’ mehr trinken“, steht auf der Grafik, die Erika Steinbach auf Twitter gepostet hat. Dazu schreibt sie einen verhöhnenden Kommentar: „Hoppla, ich dachte Muslime dürfen keinen Alkohol trinken. Also kann Jägermeister diese Drohung gelassen hinnehmen. Aber es ist schon dreist, was hier in Deutschland abgeht.“


Steinbach nimmt die Meldung ernst, dabei ist die sichtbare Quelle – „Der Gazetteur“ – ein Satiremagazin. Die Twitter-User reagieren zumeist mit Hohn à la „Schon Scheisse wenn man zu dumm für Satire ist.“ (sic)


Andere reagieren mit Ironie auf den peinlichen Fauxpas und rechtskonservative Haltung der Ex-CDU-Politikerin. „Bestätigt meine Theorie: Muslime im Exil werden zu Alkoholikern“, witzelt ein User.


Nur wenige Minuten nach Veröffentlichung korrigiert Steinbach ihren Post, ihre anti-muslimische Haltung aber bleibt. „Auch als Satire macht es die Schizophrenie in unserem Lande sehr treffend deutlich…“, antwortet sie auf ihren eigenen Post. Dass sie einem Irrtum erlag, ist für sie nur ein Zeichen dafür, wie „real“ das Satire-Posting sein könnte.



Die Twitter-User reagieren zumeist mit noch mehr Unverständnis. „Deutlich wird vor allem Ihr Hass“, schreibt eine Nutzerin. Doch Steinbach bleibt bei ihrem Standpunkt. „Wenn sonst nichts einfällt, wird die allseits beliebte Vokabel „Hass“ herausgeholt. Hass ist mir aber fremd“, beteuert sie und zwar mehrfach in ähnlichem Wortlaut.


Schon öfter polarisierte Steinbach, die Anfang 2017 die CDU verließ, mit populistischen Tweets. Im Juni vergangenen Jahres bezeichnete sie die ‚Ehe für alle’ als „Hintertürchen für Pädophile“, sah im November die deutsche Tradition verloren, weil der Weihnachtsmarkt in Elmshorn seit einigen Jahren ‚Lichtermarkt’ heißt und unterstützte die AfD beim Wahlkampf für die Bundestagswahlen.