„Musk hat Probleme, zu liefern“ – Investment-Legende Eisman wettet gegen Tesla


Als noch keiner die Immobilienkrise 2008 kommen sah, sah Steve Eisman sie nicht nur, sondern spekulierte auf sie sie. Die Wette machte den Investmentmanager geschätzt um eine Milliarde US-Dollar reicher. Nun hat der Manager – inzwischen eine Legende an der Wall Street – eine neue Wette am Laufen und zwar gegen Tesla.

Eisman der inzwischen für Neuberger Berman arbeitet, zweifelt an der Zukunft des Elektroautobauers. „Elon Musk ist ein sehr, sehr kluger Mann“, sagte Eisman in einem Interview mit dem TV-Sender der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Aber es gibt sehr viele kluge Menschen auf dieser Welt, und man muss liefern können. Und Musk hat Probleme, zu liefern“ Er sei noch „nirgendwo“ beim Thema autonomes Fahren angekommen und es gebe große Konkurrenz in diesem Bereich, legte Eisman nach.

Unzufrieden zeigte sich Eisman auch mit der hohen Fluktuation in Teslas Führungsetage: „Die Firma hat in den vergangenen zwei Jahren enorm vielen Führungskräfte verloren“, sagte Eisman. Auch, was Musks allgemeine Strategie angeht, gab sich Eisman skeptisch: „Mal schauen, vielleicht zaubert er ja noch ein Kaninchen aus dem Hut und der Firma geht es besser – das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“.


Steve Eisman ist nicht der einzige Investor, der sich gegen Tesla wendet. Die Aktie des Automobilherstellers geriet in den vergangenen Wochen zunehmend unter Druck und hat seit ihrem Jahreshoch (373,7 Dollar) im Juni gut ein Fünftel an Wert verloren. Am Freitag ging es für die Aktie 1,9 Prozent runter auf 301 Dollar.

Zweifel am nachhaltigen Erfolg

Zwar hat es das Unternehmen Anfang Juli geschafft, das Produktionsziel von 5000 Model-3-Wagen pro Woche zu erreichen und steigerte seine Produktion im Vergleich zum Vorquartal um 55 Prozent. Allerdings gibt es Zweifel, ob das Unternehmen seinen Erfolg dauerhaft halten kann.

Die Aktie des Elektroautobauers sei teuer. Zudem bestünden Risiken einer Gewinnverwässerung und bei der Umsetzung der Strategie, schrieb etwa JP Morgan-Analyst Ryan Brinkman in einer im Juli veröffentlichten Studie. Dagegen hat das Analystenhaus Morningstar die Aktie zuletzt von „Sell“ auf „Hold“ hochgestuft. Insgesamt empfehlen derzeit zehn von 23 vom Handelsblatt erfassten Analysten den Verkauf der Tesla Aktie (mehr dazu im Handelsblatt-Analystencheck)


Bereits in der kommenden Woche dürfte noch mehr Bewegung in die Tesla-Aktie kommen. Am kommenden Mittwoch wird der Automobilhersteller seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2018 offenlegen.

Bloomberg-Analysten erwarten, dass Tesla dabei einen negativen Cashflow in Höhe von 900 Millionen US-Dollar offenlegen wird.

Mit Material von Bloomberg