Musk fädelte Twitter-Deal auch mit Jobabbau-Ideen ein: Kreise

(Bloomberg) -- Bei den Verhandlungen über die 44 Milliarden Dollar teure Übernahme von Twitter Inc. erklärte Elon Musk Bankern, dass für ihn die Gewinnerzielung des Kurznachrichten-Dienstes im Fokus stehen werde. Informierten Kreisen zufolge brachte er dabei Kostensenkungen ins Spiel, die auch den Abbau von Arbeitsplätzen umfassten.

In Telefonkonferenzen vor der Bekanntgabe des Deals beantwortete Musk Bankerfragen dazu, wie er bei Twitter Finanzerträge erwirtschaften würde. Wie zu hören ist, erörterte er zum einen Ideen zur Monetarisierung der Plattform und zur Steigerung des Cashflows. Dabei ging es auch um potenzielle Abonnementdienste, um wiederkehrende Einnahmen zu erzielen.

Zum anderen erwähnte er informierten Personen zufolge speziell Stellenabbau. Dabei ging nicht näher darauf ein, welche Abteilungen oder Positionen betroffen sein könnten. Der reichste Mensch der Welt verwies auf seine Erfolgsbilanz bei Tesla Inc. und SpaceX als Beweis dafür, dass er wisse, wie man Unternehmen zur Rendite hin transformiert.

Zum Zeitpunkt seiner Aussagen hatte Musk keinen Zugang zu nicht-öffentlichen Finanzdaten von Twitter, hieß es von informierten Personen. In Stein gemeißelt sei in Bezug auf seine Erwägungen nichts.

Öffentlich hat sich Musk bislang kaum dazu geäußert hat, wie er bei Twitter das Wachstum ankurbeln will. “Um die Wirtschaftlichkeit geht es mir überhaupt nicht”, erklärte er Anfang des Monats bei einer Ted-Konferenz, kurz nachdem er sein Angebot öffentlich gemacht hatte.

Die Mitarbeiter von Twitter und die anderen Aktionäre des Unternehmens brennen indessen darauf zu erfahren, wie Musk den Konzern führen will, der nach Abschluss der Transaktion für 54,20 Dollar pro Aktie in privater Hand sein wird.

Seit der Ankündigung hat Tesla-Aktien im Wert von etwa 4 Milliarden Dollar abgestoßen, geht aus Pflichtmitteilungen an die Börsenaufsicht hervor. Demnach verkaufte er am 26. und 27. April 4,4 Millionen Anteilsscheine seines E-Autobauers. Kurz nach Veröffentlichung der Mitteilungen twitterte Musk, keine weiteren Tesla-Verkäufe zu planen.

In der knappen Dealankündigung erklärte Musk lediglich, er wolle Twitter “besser als je zuvor” machen. Das Produkt solle mit neuen Funktionen verbessert werden. Die Algorithmen sollten quelloffen werden, um mehr Vertrauen zu schaffen. Spam-Bots sollten besiegt werden “und alle Menschen authentifiziert”.

Gegenüber dem Board von Twitter stellte Musk nach Angaben einer informierten Person seine Pläne und Ideen einschließlich Entlassungen nicht vor. Das Board habe den Deal in erster Linie nach dem gebotenen Preis bewertet, im Verhältnis zu Twitters eigenem Rechenmodell zur zukünftigen finanziellen Performance, hieß es

Twitter-Chef Parag Agrawal gab gegenüber den Mitarbeitern am Montag erst einmal die Devise aus, dass bis zum Abschluss der Transaktion alles wie gewohnt weiterlaufen werde. Sprecher von Musk reagierten nicht auf Bitten um Stellungnahme. Ein Vertreter von Twitter lehnte einen Kommentar ab.

Überschrift des Artikels im Original:

Musk’s Twitter Pitch Featured Job Cuts, Ways to Make Money (2)

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©2022 Bloomberg L.P.

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