Spotify bringt Börsengang auf den Weg

Spotify geht an die Börse

Der weltgrößte Musikstreamingdienst Spotify hat die Weichen für seinen mit Spannung erwarteten Börsengang gestellt. Das schwedische Unternehmen reichte am Mittwoch einen entsprechenden Antrag bei der US-Börsenaufsicht (SEC) ein. Dabei setzt Spotify auf ein ungewöhnliches Verfahren und verzichtet auf die Ausgabe neuer Aktien.

Aus den bei SEC eingereichten Dokumenten geht hervor, dass Spotify den Wert des Unternehmens auf 23,4 Milliarden Dollar (19,2 Milliarden Euro) schätzt. Das Unternehmen erklärte, es würden Aktien im Wert bis zu einer Milliarde Dollar in Umlauf gebracht. Diese Angabe sei aber nur ein Richtwert, um die regulatorischen Vorgaben zu erfüllen. Spotify strebt unter dem Kürzel "SPOT" die Notierung am New Yorker Handelsplatz NYSE an.

Frisches Geld will das Unternehmen bei dem Börsengang nicht einsammeln. Spotify beantragte eine sogenannte Direktplatzierung. Anstatt neue Aktien auszugeben, will der Streamingdienst lediglich bestehende Anteile in Umlauf bringen. So sollen die Gründer und Investoren die Kontrolle behalten. Zudem sollen Kosten für die Beteiligung von Banken an der Emission vermieden werden.

Streaming habe den Zugang vieler Menschen zur Musik verändert, und "wir glauben, dass es eine unerschlossene weltweite Hörerschaft mit erheblichem Wachstumspotenzial gibt", erklärte Spotify-Mitgründer und -Firmenchef Daniel Ek. Der 35-Jährige nannte das Online-Netzwerk Facebook mit rund zwei Milliarden Nutzern und die Plattform YouTube als Beispiele für Internetfirmen mit einer "weltweiten Reichweite".

Spotify ist unangefochtener Marktführer unter den Streamingdiensten. Gegründet im Jahr 2006, nahm er 2008 den Betrieb auf und zählt mittlerweile nach eigenen Angaben 159 Millionen monatliche Nutzer, davon 71 Millionen zahlende Abonnenten. Der Dienst ist in 61 Ländern verfügbar und hat laut Ek selbst in entwickelten Märkten noch Wachstumschancen. So höre der Durchschnitts-US-Bürger 32 Stunden pro Woche Musik. Die USA sind der wichtigste Markt für Spotify, gefolgt von Brasilien und Großbritannien.

Gewinn erwirtschaftet Spotify aber noch nicht. Der Umsatz stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr zwar um 38 Prozent auf 4,09 Milliarden Euro. Unterm Strich stand jedoch ein Minus von 1,24 Milliarden Euro.

Spotify ist doppelt so groß wie der stärkste Rivale Apple Music. Das Angebot des US-Technologiekonzerns hat derzeit zwar nur rund 30 Millionen zahlende Abonnenten - es existiert aber erst seit 2015 und wuchs seitdem rasant.