Der, der für Spektakel steht

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Der, der für Spektakel steht
Der, der für Spektakel steht

Ein unwiderstehlicher Antritt, ein Übersteiger, ein Tempodribbling und ein punktgenauer Pass in den Rückraum - Jamal Musiala hat am Sonntag die nächste Kostprobe seines riesigen Potenzials abgeliefert.

Beim 3:2-Sieg des FC Bayern gegen den 1. FC Köln hatte der Shootingstar des deutschen Rekordmeisters auf diese Weise das zwischenzeitliche 2:0 von Robert Lewandowski vorbereitet. Zur Halbzeit eingewechselt hatte er da noch keine fünf Minuten auf dem Rasen der Allianz Arena gestanden. 

“Seine Offensivdribblings zeichnen ihn aus, da muss man ihm nicht viel mitgeben”, lobte Bayern-Coach Julian Nagelsmann seinen Schützling nach der Partie bei SPORT1 und verriet: “Er war sehr knapp an der Startelf dran, ich habe lange überlegt, ob er beginnt. Er hat es nach der Einwechslung dann super gemacht, ich war sehr zufrieden. Das Tor bereitet er super vor.”

Musiala spielt sich in die Herzen der Bayern-Fans

Gegen die Kölner war Musiala für den enttäuschenden Leroy Sané gekommen, dessen Auftritt bei den Fans sogar mit Pfiffen quittiert wurde. Musiala steht in der Gunst der Münchner Anhänger deutlich besser da. 

Schon in der vergangenen Saison sorgte der 18-Jährige bei seinen regelmäßigen Einsätzen unter Hansi Flick für Begeisterungsstürme. Nicht nur sechs Tore in 26 Bundesligaspielen begeisterten, sondern vor allem die Unbeschwertheit, die Schnelligkeit, das Tempo und Musialas pure Lust am Fußballspielen.

Nicht umsonst tat Joachim Löw in seinen letzten Monaten als Bundestrainer alles dafür, um Musiala, der auch für England hätte spielen können, von der DFB-Elf zu überzeugen. Musiala hatte den deutschen Fußball im Sturm erobert. In München ist er schon jetzt einer der Publikumslieblinge. Dass Löw sich die Zusage des Teenagers einholte, war womöglich sein größter Erfolg in den letzten Jahren seiner Amtszeit.

Musiala “ein spektakulärer Spieler”

“Jamal ist ein spektakulärer Spieler - und das sehen auch die Zuschauer”, sprach Thomas Müller nach dem ersten Heimsieg der Saison bei SPORT1 einen wichtigen Punkt an. Musiala ist mutig und schreckt vor keinen Gegenspielern zurück. Das mögen Fußball-Fans nun mal.

“Er ist körperlich kein großer Schrank, kann sich aber trotzdem gegen mehrere Spiele mit dem Ball durchsetzen”, sagte Müller: “Er ist offensiv stark und kann auch arbeiten. Er hatte super Aktionen, das erwarte ich aber auch von ihm, deswegen ist er hier dabei. Er wird im Laufe der Saison noch viele Minuten bekommen.”

Derzeit verkörpert das Juwel daher vieles, was Sané vermissen lässt. Mut, Selbstvertrauen, Trickreichtum, Wille und eine gewisse Selbstverständlichkeit, die gut an die Säbener Straße zu passen scheint.

Nagelsmann macht Musiala Hoffnung

Die Partie gegen Köln könnte einen Wendepunkt in der noch so jungen Karriere von Musiala darstellen. Vor der Partie war der gebürtige Stuttgarter laut Nagelsmann ganz eng an der Startelf dran. Eine starke Halbzeit - und eine schwache von Sané - später, sollten seine Chancen auf einen Platz in Nagelsmanns erster Elf nicht kleiner geworden sein.

“Er muss dranbleiben, dann sieht es danach aus”, machte auch Nagelsmann dem aufstrebenden Spieler bei SPORT1 Hoffnung. Mit “danach” meint er einen Platz in der Startelf, den er in seinen ersten Profi-Jahren noch nie über mehrere Wochen hintereinander hatte.

Musiala muss am Defensivverhalten arbeiten

Der einzige Kritikpunkt: das Defensivverhalten. “Nach hinten haben wir noch einige Schritte zu gehen”, meint Nagelsmann. Ur-Bayer Müller sieht das ähnlich: “Wenn er beim Gegentor mit der Positionierung die Mitte gut schließt, dann kann gar nicht so schnell gespielt werden. Wir können alle noch dazulernen.”

Lernwillig und wissbegierig ist Musiala, auch das zeigte er bereits. Egal ob bei Hansi Flick, seinem damaligen Jugendtrainer Miroslav Klose oder anderen Coaches auf dem Bayern-Campus. Die Einstellung von Musiala stimmt - und das ist ähnlich wichtig wie das Talent, wie sich dieser Tage auch in München zeigt.

Vieles - wenn nicht alles - deutet darauf hin, dass Musiala am Mittwoch im DFB-Pokal beim Bremer SV (Mittwoch, ab 18.30 Uhr: Bremer SV - FC Bayern) von Beginn an auf dem Platz steht. Und Sané von der Bank aus zusieht.

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