Museum der Moderne: In Berlin tobt der Kampf ums Kulturforum

Entwurf für den Pavillon des Museums der Moderne

Ein Bauzaun verdeckt die Sicht. Dahinter aber ist die Sanierung der Neuen Nationalgalerie im Gange. Im Inneren wurde das Bauwerk entkernt, bis Ende des Jahres soll auch die so prägende Glasfassade demontiert sein. Sie wies Risse auf, entsprach nicht mehr klimatechnischen Anforderungen. Eine neue musste her.

Und die andere ins Altglas? Nur 50 Meter neben der Nationalgalerie liegt für Matthias Heskamp die Alternative – ein rechteckiger Platz mit ein paar Bäumen. Dort steht bereits das nächste große Bauprojekt auf dem Kulturforum an: das Museum der Moderne, kurz "M20". Dass der Entwurf für Kontroversen sorgt – "Scheune", "Bierzelt", "Discounter" – ist für Architekt Heskamp nebensächlich. Er will die Berliner aufklären, was dort passieren wird. Und dafür braucht er die alten Scheiben.

"Ich wollte etwas kreieren, das wertig ist"

Heskamp, dessen Pläne für einen Radweg unter der Trasse der U1 schon mal eine stadtweite Diskussion anregten, hat einen Infopavillon im Sinn. Ein mit den Nationalgalerie-Scheiben verglastes Konstrukt in fast sechs Metern Höhe und mit bester Sicht auf die Baustelle. Auch die anderen Materialien sollen recycelt sein: gebrauchte Holzplatten für Boden und Decke, Baustahl eines frisch abgerissenen Bauwerks für die Stützen.

"Ich wollte etwas kreieren, das nachhaltig und kostengünstig, zugleich aber auch wertig ist", sagt Heskamp. "M20i" hat er seinen schwebenden Info-Glaskasten genannt, der Arbeitstitel: "Recycling Mies". In Anlehnung an sein Idol Ludwig Mies van de...

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