Munich Re: Trüber Ausblick – das tun Anleger jetzt

Fabian Strebin
Munich Re: Tochter ERGO greift an

 Die Munich Re wird wegen der US-Wirbelstürme im laufenden Jahr nur einen niedrigen dreistelligen Millionengewinn einfahren. CEO Joachim Wenning dämpft gegenüber Journalisten jetzt auch die Erwartungen für 2018.

Dabei geht Wenning nicht davon aus, dass der Konzern schnell zu den goldenen Zeiten, die bis zum Jahr 2015 reichten, zurückkehren kann. Damals verdiente der Rückversicherer jährlich mindestens drei Milliarden Euro. Für das kommende Jahr stellt Wenning dagegen nur eine Zielmarke von zwei Milliarden Euro plus auf. Die Niedrigzinspolitik der EZB und die global gesunkenen Preise für Rückversicherungen in den vergangenen Jahren würden die Erträge um jeweils 500 Millionen Euro verringern. Keine Unternehmensstrategie könne an diesen äußern Einflüssen etwas ändern, so Wenning. „Schwerpunkt ist die Konzernerträge auf dem Niveau von zwei Milliarden Euro plus zu stabilisieren“.

Die Aktionäre will Wenning dennoch verwöhnen. An der Ausschüttungssumme von 1,3 Milliarden Euro für die Dividende will der Konzern festhalten: „Uns sind die Aktionärserwartungen wichtig“. Zudem schloss der CEO auch den Verkauf von Unternehmensteilen nicht aus. Damit sei aber nicht die Erstversicherungstochter Ergo gemeint, so Wenning.

Dämpfer für Aktie

Die Aktie der Munich Re notiert nach dem gestrigen Rücksetzer heute wieder etwas fester. An der Niedrigzinspolitik der EZB dürfte sich zwar so schnell nichts ändern. Die Preise für Rückversicherungen könnten nach den US-Hurrikans 2018 allerdings anziehen. Traditionell stapelt die Munich Re bei der Prognose tief. Im kommenden Jahr könnte es also eine positive Überraschung geben.

Investierte Anleger bleiben dabei, zumal die Dividende stabil bleiben soll. Die Rendite von 4,6 Prozent ist eine der höchsten unter den DAX-Titeln. Der Stopp bei 160,00 Euro sollte beachtet werden.