Munich Re: Tochter ERGO macht Rückzieher

Fabian Strebin
Munich Re: Tochter ERGO macht Rückzieher

Die Munich-Re-Tochter ERGO ist im Gesamtkonzern für den Erstversicherungsmarkt verantwortlich. Vertrieben werden vor allem Lebensversicherungen. Niedrigzinsen und veränderte Anlagegewohnheiten lasteten zuletzt auf dem Geschäft, weshalb ERGO eine Restrukturierung durchläuft. Beim Thema Altverträge ist jetzt eine Entscheidung gefallen.

Wer heute eine Lebensversicherung abschließt, muss sich mit einer Garantieverzinsung von nur noch 0,9 Prozent abfinden. Das war mal anders: Anfang des Jahrtausends wurden noch mehr als drei Prozent gezahlt. Darüber können sich ältere Versicherte freuen. Für die Versicherer sind die Altverträge aber eine Belastung, da die Wiederanlagerendite aufgrund der Niedrigzinsen beständig sinkt. In den letzten Jahren hat sich deshalb ein Sekundärmarkt für Verträge mit hoher Verzinsung entwickelt. Auch ERGO dachte darüber nach sechs Millionen Policen zu verkaufen. Das Thema ist nun aber vom Tisch.

In einer Pressemitteilung wird Ergo-Chef Markus Rieß zitiert: „Nach Auffassung von ERGO spiegelt sich der derzeitige Wert des Bestandes sowie dessen Wertentwicklungspotenzial in den Angeboten nicht angemessen wider“. Die Verträge werden daher weiter selbst verwaltet.

Positives Zeichen

Durch den Verkauf alter Lebensversicherungen hätte ERGO Kapital für andere Felder freischaufeln können. Dass das Unternehmen nun davon absieht, deutet darauf hin, dass man die Rückkehr in die Gewinnzone im laufenden Jahr auch so schaffen kann.

Neben steigenden Prämien bei der Mutter Munich Re im kommenden Jahr ist eine erfolgreiche Sanierung von ERGO ein Auslöser für höhere Kurse. Um die Dividende müssen sich Aktionäre nach dem Verlust im dritten Quartal keine Sorgen machen.

Investierte Anleger geben kein Stück aus der Hand und beachten den Stoppkurs bei 170,00 Euro.