Munich Re stellt sich auf magere Gewinne ein

dpa-AFX

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der seit Jahren unter schrumpfenden Gewinnen leidende Rückversicherer Munich Re schließt eine schnelle Rückkehr zu goldenen Zeiten aus. Im Jahr 2015 und davor habe der Konzern Gewinne in der Größenordnung von drei Milliarden Euro plus erzielt, sagte Vorstandschef Joachim Wenning in München. Nun stellt sich der weltgrößte Rückversicherer für 2018 auf ein Niveau von zwei Milliarden plus ein. Die Aktionäre sollen darunter nicht leiden.

Nach Wennings Darstellung haben die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank und die in den vergangenen Jahren weltweit gesunkenen Preise für die Rückversicherung die Erträge um je 500 Millionen gedrückt. Keine Strategie eines Unternehmens könne an diesen externen Faktoren etwas ändern. "Schwerpunkt ist, die Konzernerträge zu stabilisieren auf dem Niveau zwei Milliarden plus." Auch über das nächste oder auch übernächste Jahr hinaus werde sich die Entwicklung in "Hundert-Millionen zusätzlichen Ertragsscheiben" vollziehen, aber nicht in großen Bocksprüngen von 500 Millionen Euro oder mehr.

Zuletzt schüttete der Dax -Konzern rund 1,3 Milliarden Euro Dividende aus. Das soll auch so bleiben. "Uns sind die Aktionärserwartungen wichtig", sagte Wenning. Er schloss nicht aus, dass der Konzern sich von Geschäftsteilen trennt: "Wenn wir glauben, dass etwas strategisch nicht mehr ins Geschäft passt, dann wollen wir sehen, ob es Optionen gibt, dass wir uns strategisch stärken, in dem wir es nicht mehr haben." Damit sei aber nicht die zum Konzern gehörende Düsseldorfer Ergo-Versicherung gemeint, die in den vergangenen Jahren Verluste schrieb. Die Ergo sei eine "strategische Stärkung".

2017 wird Munich Re indes auch die zwei Milliarden Gewinn nicht erreichen. Ursache sind die hohen Schäden durch die Serie dreier schwerer Wirbelstürmen in den USA und der Karibik im Spätsommer.