Munich Re: Hurrikan „Irma“ schiebt Rückversicherer an

Nikolas Kessler
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Munich Re nach US-Stürmen mit hohem Verlust, aber…

Die Aktie der Munich Re kann zu Wochenbeginn deutlich zulegen. Dass Wirbelsturm „Irma“ den US-Bundesstaat Florida weniger hart getroffen hat als befürchtet, sorgt für Erleichterung. Zudem wächst die Hoffnung auf eine Preiswende in der Branche.

„Harvey und Irma werden erhebliche Ereignisse für den Versicherungsmarkt“, sagte Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek am Sonntag beim alljährlichen Branchentreffen in Monte Carlo. Eine Schätzung, wie teuer es für den DAX-Konzern werden könnte, wollte er allerdings nicht abgegeben. Ob und inwieweit die Gewinnprognose ins Wanken kommen könnte, ließ der Manager ebenfalls offen.

Trotzdem herrscht zu Wochenbeginn Optimismus. Zum einen habe „Irma“ Florida nach ersten Einschätzungen nicht so hart getroffen wie befürchtet. Auch wenn es für eine endgültige Entwarnung noch zu früh sei, sei die Erleichterung am Markt groß, kommentierte ein Experte. Zum anderen sei Munich Re wegen niedriger Margen ohnehin nicht sehr stark in der Region Florida engagiert.

Ende des Preiskampfs in Sicht?

Hauptgrund für steigende Notierungen bei den Aktien von Rückversicherern wie Munich Re und Hannover Rück ist jedoch ein anderer: Nach den verheerenden Wirbelstürmen wächst die Hoffnung, dass sich der seit Jahren tobende Preiskampf in der Branche abschwächt. Vor allem die Preise für die Absicherung von Gebäuden und Autos dürften sich nach Einschätzung der großen Rückversicherer zumindest stabilisieren.

Neben steigenden Preisen für Katastrophen-Deckungen in den betroffenen Gebieten rechnet der Munich-Re-Vorstand infolge der immensen Sturm- und Flutschäden in den USA und auf karibischen Inseln mit einer anziehenden Nachfrage nach Ersatz-Deckungen. Die vonseiten der Erstversicherer bisher rückversicherten Schadensummen seien voraussichtlich nach den Stürmen aufgezehrt, die Hurrikan-Saison aber noch nicht vorüber.

Aktie wieder im Aufwind

Die Aktie der Munich Re kann am Montagvormittag mehr als vier Prozent zulegen und führt den DAX damit an. Nachdem der Kurs vor dem Wochenende kurzzeitig unter die Unterstützung bei 170 Euro gerutscht war, hellt sich das Chartbild dadurch wieder deutlich auf. Investierte Anleger bleiben dabei, ein Neueinstieg drängt sich aktuell jedoch nicht auf.