„Multi-Projektmanager“: Stadt Köln sucht sich externe Hilfe beim Schulbau

Die Stadt braucht Hilfe bei den Ausschreibungen für das Sofortprogramm für Schulen.

Im April hat der Stadtrat auf Vorschlag der Verwaltung ein Sofortprogramm für den Schulbau beschlossen. 15 Baumaßnahmen an zehn Schulstandorten sollten an Privatunternehmen vergeben werden, neun davon an sogenannte „Totalunternehmer“, die nicht nur bauen, sondern auch die Planung übernehmen.

Nun, drei Monate später, kommt das Programm für mehr Tempo ein kleines Schrittchen voran: Die Stadt sucht über eine Ausschreibung einen „Multi-Projektmanager“, der sie dann bei der Ausschreibung der 15 Projekte unterstützt.

Experiment mit Totalunternehmer

Manchen wird verwundern, dass die Stadt nun schon externe Experten braucht, um nach weiteren Externen zu suchen. Aus Sicht der Stadt ist das in diesem Fall aber unerlässlich: Man begebe sich schließlich auf völlig neues Terrain, so das Baudezernat. Vor allem mit der Vergabe von Aufträgen an Totalunternehmer habe die Stadt überhaupt keine Erfahrung. Denkbar ist, dass die neun Einzelaufträge, die für Totalunternehmer vorgesehen, zu einem einzigen Paket gebündelt werden – ein Riesenauftrag von wahrscheinlich über 200 Millionen Euro.

„Wenn man sich wirklich entlasten will, ist es sinnvoll die Maßnahmen in Paketen zu bündeln“, sagt Isabel Strehle, persönliche Referentin von Baudezernent Franz-Josef Höing. „Der Markt an Anbietern, die so etwas können, ist aber überschaubar“, Das, was die Stadt vorhabe, sei auch „ein Experiment“.

Tatsächlich sind die Erfahrungen mit Vergaben an Totalunternehmer recht begrenzt. Städte wie Düsseldorf oder Hamburg kennen diese Vergabeart, aber ob sie wirklich ein Erfolgsmodell ist, könne man noch nicht abschließend sagen, heißt es. Noch ist in anderen Städten so gut wie nichts fertig gebaut – und Aussagen darüber, welche Qualität die Bauten haben, lassen sich erst treffen, wenn sie ein paar Jahre in Benutzung sind.

Projekte sollen in spätestens fünf Jahren umgesetzt sein

Mit dem „Maßnahmenpaket für Schulbauprojekte“ (so der offizielle Programmname) verbindet die Stadt das Versprechen, dass die aufgenommenen Projekte in spätestens fünf Jahren bezugsfertig sind. Dazu gehören die Erweitrung von drei Gymnasien in der Innenstadt, Sülz und Bilderstöckchen und der Neubau eines Gymnasiums in Lövenich inklusive eines Interims für einen vorgezogenen Start.

Hinzu kommen Erweiterungen von drei Grundschulen, der Realschule am Niehler Kirchweg, des benachbarten Berufskollegs und der Gesamtschule Innenstadt in der Südstadt. Die Entscheidung, ob ein Projekt an einen Totalunternehmer oder einen Generalunternehmer vergeben werden soll, hängt davon ab, ob es bereits Planungen in der städtischen Gebäudewirtschaft gab.

Die 15 Maßnahmen im Sofortprogramm machen nur einen kleinen Teil der anstehenden Neubau- und Sanierungsprojekte aus. Zur Zeit wird nach Angaben der Gebäudewirtschaft an 91 Schulbauprojekten gearbeitet. Die Stadt hat auch in diesem Bereich einen externen Berater eingeschaltet: Ein spezialisierter Personaldienster soll dabei helfen, die vielen offenen Stellen in der Gebäudewirtschaft schneller zu besetzen.

Die Chefin der Gebäudewirtschaft, Petra Rinnenburger, berichtet von ersten positiven Effekten. Nach den Ferien soll entschieden werden, in welcher Organisationsform die städtische Gebäudewirtschaft weiter arbeiten wird....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta