Von Mugabe geschasster Vize-Präsident kehrt Mittwoch nach Zimbabwe zurück

Ex-Vizepräsident Mnangagwa soll Mugabe nachfolgen

Nach dem Rücktritt von Präsident Robert Mugabe wird der von ihm geschasste Vize-Präsident Emmerson Mnangagwa am Mittwoch nach Simbabwe zurückkehren. Mnangagwa werde um 13.00 Uhr Ortszeit (12.00 MEZ) auf dem Militärstützpunkt Manyame in Harare landen, sagte ein Mitarbeiter des ehemaligen Vize-Präsidenten der Nachrichtenagentur AFP. Anschließend werde er sich in die Zentrale der Regierungspartei Zanu-PF begeben und danach ins Präsidialbüro.

Mugabe hatte am Dienstag dem wachsenden Druck nachgegeben und seinen Rücktritt erklärt. Er regierte Simbabwe fast 40 Jahre mit harter Hand und zunehmend autokratisch. Ein Sprecher der Zanu-PF sagte am Dienstag, der Ex-Vizepräsident Mnangagwa solle voraussichtlich bereits am Mittwoch zum Übergangspräsidenten ernannt werden. Das Zentralkomitee der Partei habe sich für Mnangagwa als Interims-Staatschef ausgesprochen.

Die Afrikanische Union (AU) begrüßte unterdessen Mugabes Entscheidung, "nach einem ganzen Leben im Dienste der simbabwischen Nation" als Staatschef zurückzutreten. AU-Kommissionschef Moussa Faki Mahamat erklärte am Dienstagabend in Addis Abeba, Mugabe werde als "furchtloser pan-afrikanischer Befreiungskämpfer und Vater der Unabhängigkeit der simbabwischen Nation" in Erinnerung bleiben.

Das Eingreifen der Armee in der vergangenen Woche bewertete die Afrikanische Union nicht als Militärputsch, sondern als Ausdruck der Bevölkerung nach "einem friedlichen Machtübergang". Die Menschen hätten ihren Willen gezeigt, dass es einen "friedlichen Machtübergang geben soll, der die demokratische Zukunft ihres Landes sicherstellt", hieß es in der Erklärung. Der Rücktritt Mugabes ebne den Weg für "einen Übergangsprozess, der dem souveränen Volk Simbabwes gehört und von ihm geleitet wird".

In den vergangenen Tagen hatten sich die Ereignisse in dem südostafrikanischen Land überstürzt: Nachdem Mugabe seinen Stellvertreter Emmerson Mnangagwa entlassen hatte, um seine Frau Grace zu seiner designierten Nachfolgerin zu machen, stellte das Militär den Präsidenten unter Hausarrest. Die Regierungspartei Zanu-PF setzte Mugabe als ihren Parteichef ab und setzte ihm eine Frist bis Montag, um freiwillig als Präsident zurückzutreten. Nachdem Mugabe die Frist verstreichen ließ, kündigte das Parlament ein Amtsenthebungsverfahren an. Diesem kam der Staatschef schließlich zuvor und legte sein Amt nieder.