Warum dein MSCI World ETF auch bei hohen Zinsen Gas geben kann

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Mit deinem MSCI World ETF war immer alles in bester Ordnung. Pflegeleicht und mit einer durchschnittlichen Rendite gesegnet, die man langfristig durchaus abnicken kann.

Doch seit Kurzem geistert das Gespenst der hohen Zinsen durch die Informationskanäle. Hohe Zinsen sind schlecht für Aktien – so hört man es überall!

Aber ist die Sache wirklich so einfach, zumal bisher nur die US-Notenbank höhere Zinsen angekündigt hat?

Angekündigt! Passiert ist noch gar nichts.

Für den MSCI-World-Investor aus der Eurozone stellt sich die Frage: Was tun? Verkaufen oder aufstocken?

Gründe gäbe es für beide Positionen genug. Doch insgesamt spricht vieles dafür, dass ein MSCI World ETF auch in einem Umfeld hoher Zinsen ordentlich Gas geben kann.

Game Over für das Abenteuer-Kapital

Niedrige Zinsen, hohe Zinsen? Das ganze Thema klingt irgendwie nach Nebensache.

Solange Unternehmen profitabel arbeiten, ist doch alles in Butter. Zins hin oder her.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Insbesondere für kleine bis mittelgroße Technologieaktien.

Jene konzentrieren sich in aller Regel auf das Umsatzwachstum. Gerne auf Kosten des Profits. Negative Erträge über lange Zeiträume sind dort keine Seltenheit.

Diese Strategie geht allerdings nur auf, wenn ausreichend Fremdkapital zu günstigen Konditionen zur Verfügung steht. Kurzum: Abenteuer-Kapital.

Sowohl ein schwacher als auch ein starker US-Dollar ist gut für MSCI-World-Investoren

Für MSCI-World-Investoren aus der Eurozone kommt noch eine Besonderheit hinzu. Denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dein MSCI World ETF in US-Dollar rechnet.

Der mit über 40 Mrd. Euro Fondsvolumen gesegnete iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (WKN: A0RPWH) macht genau das. Warum auch nicht? Immerhin besteht der MSCI World Index zum Großteil aus US-Aktien.

Die künftigen Zinserhöhungen der US-Notenbank könnten für einen stärkeren US-Dollar sprechen. Für MSCI-World-Investoren aus der Eurozone wäre eine solche Entwicklung natürlich günstig. Denn wie durch Zauberhand würde die Euro-Bewertung des ETF steigen.

Obgleich ein schwächerer US-Dollar den Vorteil hätte, dass US-Unternehmen ihre Produkte rund um die Welt günstiger anbieten könnten. Ein Trend zum schwachen US-Dollar könnte die Bilanzen von US-Aktien stärken und neue Investoren anlocken.

Der Turbo für ETFs mit reichlich US-Aktien könnte schon bald zünden

Ich halte das Szenario eines zukünftig schwächeren US-Dollar für sehr viel wahrscheinlicher. Denn die prognostizierten Zinserhöhungen sind angesichts der realen Inflationsraten ein schlechter Witz.

Im Dezember 2021 hatten die US-Konsumenten mit einer Inflationsrate von rekordverdächtigen 7 % zu kämpfen. Die Ratingagentur Fitch sieht hingegen einen Leitzins von maximal 1,75 % bis Ende 2023 (Stand für diese Zahl: 11.01.2022).

Niemand hält sein Geld freiwillig in einer Währung, die derart stark zerbröselt. Kurzum: Der US-Dollar könnte zunehmend für egal was verkauft werden. Und das spricht nun mal nicht für einen starken US-Dollar.

Für den MSCI World könnte die Dominanz der US-Aktien ein echter Vorteil sein. Nicht nur, dass US-Unternehmen ohnehin genug starke Marken haben. Bald könnte es die dazugehörigen Produkte weltweit günstig im Ausverkauf geben. Ein schönes Konjunkturprogramm für einen ETF, der dann eigentlich nur noch Gas geben kann.

Der Artikel Warum dein MSCI World ETF auch bei hohen Zinsen Gas geben kann ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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