Mozart als Ladenhüter - "Figaros Hochzeit" bei Pariser Auktion ohne Bieter

Ein Mozart-Manuskript fand keinen Bieter

Mozart hat sich bei einer Pariser Auktion als Ladenhüter erwiesen: Ein Manuskript von "Figaros Hochzeit" fand am Mittwochabend bei dem Auktionshaus Ader Nordmann keinen Bieter. Eine Partitur von Robert Schumanns "Szenen aus Goethes Faust" wurde dagegen für 650.000 Euro versteigert.

Das Mozart-Manuskript wurde von Experten als "außergewöhnlich" beurteilt und auf 400.000 bis 500.000 Euro geschätzt. Es ist ein Entwurf des österreichischen Ausnahme-Komponisten für den letzten Akt seiner Oper, die 1786 in Wien uraufgeführt wurde.

Als "einzigartig" gilt laut dem Auktionshaus auch das Manuskript des deutschen Komponisten Schumann. Die "Faust"-Partitur sei ein "fast vollständiges Manuskript", das "vom Entwurf bis zur Orchestrierung" die Arbeit Schumanns an dem Werk zeige, hieß es im Auktionskatalog. Die "Szenen aus Goethes Faust" wurden erst 1862 nach dem Tod Schumanns erstmals vollständig in Köln aufgeführt.

Dass die Mozart-Handschrift keinen Käufer fand, könnte an einem Skandal um mutmaßlichen Betrug mit Manuskripten liegen: Sie gehört zu tausenden beschlagnahmten Dokumenten des Unternehmens Aristophil. Die französische Firma bot Anlegern die Manuskripte als Wertanlage an, allerdings zu überhöhten Preisen. Gegen Aristophil-Gründer Gérard Lhéritier wird seit 2015 wegen Betrugs ermittelt.