Wie sich Mourinho sein neues Reich schafft

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Wie sich Mourinho sein neues Reich schafft
Wie sich Mourinho sein neues Reich schafft
Wie sich Mourinho sein neues Reich schafft

Gleich bei seiner offiziellen Vorstellung packte José Mourinho kräftig mit an.

Bei der Pressekonferenz riss der portugiesische Starcoach kurzerhand die Plastikfolie von den Fenstern, um mehr Licht in den Raum zu lassen. Auch sonst hat sich bei der AS Rom einiges getan seit der Ankunft des neuen Trainers.

Abraham kommt als Dzeko-Ersatz vom FC Chelsea

Am Dienstag präsentierten die Giallorossi in Tammy Abraham ihren Königstransfer in diesem Sommer. 40 Millionen Euro zahlte die Roma an den FC Chelsea für den 23-Jährigen, der damit zum zweitteuersten Spieler der Klubgeschichte wurde und Edin Dzeko ersetzen soll. Nur Patrik Schick, der mittlerweile in Leverkusen auf Torejagd geht, war 2019 noch zwei Millionen Euro teurer.

Die Roma hat offenbar Großes vor - und nimmt dafür viel Geld in die Hand.

Im vergangenen Juni kaufte der US-amerikanische Geschäftsmann Dan Friedkin, dessen Vermögen laut Forbes bei rund 4,1 Milliarden US-Dollar (3,5 Milliarden Euro) liegen soll, den Klub für fast 600 Millionen Euro.

AS Rom gibt fast 100 Millionen für neue Spieler aus

Und die Roma ging in diesem Sommer auf Einkaufstour.

Vor Abraham kamen schon Stürmer Eldor Shomurodov für 17,5 Millionen Euro vom FC Genua, Linksverteidiger Matías Vina für 13 Millionen von Palmeiras und Keeper Rui Patrício für 11,5 Millionen Euro von den Wolverhampton Wanderers. Zudem griffen bei den zuvor ausgeliehenen Roger Ibanez und Bryan Reynolds Kaufpflichten in Höhe von 9 bzw. 6,75 Millionen Euro - macht in Summe fast 100 Millionen Euro.

Da den Transferausgaben von 97,75 Millionen Euro nur geringe Einnahmen durch Leihgebühren gegenüberstehen, beläuft sich die bisherige Transferbilanz der Roma auf ein sattes Minus von rund 96,5 Millionen Euro. Laut transfermarkt.de wird der Klub im internationalen Vergleich nur noch von Manchester United überboten, die 125 Millionen Euro investierten, ohne einen einzigen Cent einzunehmen.

Mourinho will Sehnsucht nach Titeln stillen

Stürmerstar Dzeko, der Torgarant in den vergangenen Jahren, ging ablösefrei zu Meister Inter Mailand.

Die Roma wolle nicht “heute Erfolg und morgen Probleme haben, sondern etwas Nachhaltiges über einen längeren Zeitraum erreichen”, hatte Mourinho bei seinem Amtsantritt angekündigt.

Nach einem enttäuschenden siebten Platz in der Vorsaison ist die Sehnsucht nach Erfolg groß in der Hauptstadt. Doch der letzte Titel, der Gewinn der Coppa Italia 2008, liegt bereits 13 Jahre zurück.

“Sie sprechen von einem Titel und wir sprechen von Zeit, einem Projekt, Arbeit. Titel sind Worte, einfache Versprechen. Titel werden kommen”, prophezeite “The Special One”.

Auch Neuzugang Abraham weiß, auf was er sich da eingelassen hat.

“Die Roma ist ein Klub, der es verdient, um Titel und Trophäen zu spielen”, meinte Abraham, der mit den Blues in der Vorsaison die Champions League gewann. “Ich habe die Erfahrung gemacht, große Titel zu gewinnen und ich möchte wieder in solchen Wettbewerben dabei sein - daher möchte ich der Mannschaft helfen, das zu erreichen und auf das Niveau zu kommen, auf dem die Roma sein sollte.”

Roma-Testspiel endet im Chaos

Eine Chance, zumindest schon in dieser Saison international etwas zu erreichen, hat die Roma noch. Am Donnerstag geht es in den Playoffs gegen Trabzonspor um die Teilnahme an der neugeschaffenen Europa Conference League. Bis zum großen Glanz der Königsklasse ist es noch ein weiter Weg.

Vollen Einsatz zeigte Mourinho jedenfalls in der Vorbereitung - wenn auch jenseits des Erlaubten. In einem Testspiel gegen Betis Sevilla stürmte der 58-Jährige nach einem Platzverweis wütend aufs Feld - und handelte sich selbst eine Rote Karte ein.

Am Ende eines chaotischen Spiels, das auch noch mit 2:5 verloren ging, standen bei der Roma fünf Platzverweise zu Buche.

Wo die Roma genau steht und ob sie den hochgesteckten Zielen gerecht werden kann, wird sich noch zeigen. Fest steht jedenfalls: Langweilig wird es mit Mourinho in Rom nicht.

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