MotoGP-Techniker: "Rolle des Fahrers wichtiger als in anderen Klassen"

Juliane Ziegengeist
·Lesedauer: 2 Min.

In der MotoGP ist oft vom perfekten Gesamtpaket die Rede. Wer es bis ganz nach oben schaffen will, braucht nicht nur das Talent und den Ehrgeiz, sondern auch das richtige Motorrad und Team. Welches Puzzleteil in diesem komplexen Gefüge die wichtigste Rolle spielt, darauf lässt sich nur schwer eine Antwort finden.

In der Pressekonferenz der Technikchefs am Rande des jüngsten Grand Prix in Aragon ließ sich jedenfalls keiner der Beteiligten auf eine genaue Aussage oder gar Prozentzahl festnageln, wenn es um die Gewichtung von Motorrad, Fahrer und Team geht.

"Bei Yamaha steht das Zusammenspiel zwischen Fahrer und Motorrad im Vordergrund", betont Takahiro Sumi. "Deshalb verwenden wir viel Zeit darauf, das passende Setting zu finden. Wenn nur eine Seite perfekt funktioniert, bringt uns das nicht weiter. Daher achten wir immer sehr stark auf die richtige Balance zwischen Fahrer und Motorrad. Das Team versucht, diese so gut wie möglich zu unterstützen."

Ohne 100-prozentiges Vertrauen in Technik geht nichts

Davide Barana von Ducati glaubt derweil, "dass in der Welt des Motorradsports der Fahrer eine sehr wichtige Rolle spielt - eine wichtigere als in anderen Klassen, zum Beispiel auf vier Rädern".

"Sie riskieren jedes Mal, wenn sie auf die Strecke gehen, sehr viel und brauchen hundertprozentiges Vertrauen auf dem Motorrad, um ans Limit gehen zu können", weiß der Technikdirektor und schiebt hinterher: "Genau aus diesem Grund sind aber auch die technische Seite, das Team und das Motorrad sehr wichtig."

¿pbtag|MotoPodcastAragon2|pb¿"Es geht ja nicht nur darum, das physikalische Limit des Motorrads auszuschöpfen, sondern umgekehrt auch darum, das Motorrad bestmöglich an den Fahrer anzupassen, sodass er sich wohl fühlt und ohne Bedenken pushen kann", so Barana weiter.

"Motorrad und Fahrer müssen zusammenarbeiten"

Auch sein Kollege von KTM, Sebastian Risse, bestätigt: "Es ist natürlich immer sehr viel Technik involviert. Man versucht immer, an die Grenzen des physisch Machbaren zu gehen. Aber letzten Endes ist das Motorrad ein Werkzeug, um einen Sport auszuüben. Und dieses Werkzeug und der Fahrer müssen zusammenarbeiten."

Dabei gibt es durchaus Unterschiede. "Die einen brauchen dies, die anderen brauchen das. Einigen fällt es leichter, sich anzupassen als anderen", weiß Risse. "Am Ende kommt es auf das Gesamtpaket an, das zum Ergebnis führt."

"Das Team ist da, um all die Komponenten zusammenzubringen, nicht nur aus technischer Sicht, sondern auch um dem Fahrer verständlich zu machen, wie wir dieses Werkzeug besser nutzen können. Es ist ein Paket, bei dem wir uns viel auf die Bedürfnisse des Fahrers konzentrieren, damit er sich wohl fühlt und schnell sein kann."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.