MotoGP Portimao FT2: Ducati-Bestzeit, Valentino Rossi nach Sturz nur Vorletzter

Sebastian Fränzschky
·Lesedauer: 5 Min.

Johann Zarco (Avintia-Ducati) setzte sich beim zweiten Training zum MotoGP-Saisonfinale in Portimao stark in Szene und sicherte sich die Bestzeit (zum FT2-Ergebnis). Zarco umrundete den Kurs in 1:39.417 Minuten und war damit knapp schneller als Maverick Vinales (Yamaha) und Aleix Espargaro (Aprilia).

Wie bereits im FT1 konnten die 22 Piloten auch im FT2 länger als gewohnt trainieren. Da die MotoGP erstmals in Portimao gastiert, wurden die Freitags-Trainings der Königsklasse auf jeweils 70 Minuten verlängert. Im FT1 war Lokalmatador Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) mit einer 1:40.122er-Runde der schnellste Fahrer.

Zwischen den beiden Trainings konnten die Teams die gesammelten Daten vom Vormittag auswerten und Anpassungen an den Abstimmungen der Maschinen vornehmen. Da die Fahrer zu Beginn des FT2 Longruns fuhren, blieb Oliveiras FT1-Bestzeit lange Zeit unerreicht.

Stürze von Alex Rins und Takaaki Nakagami

Bereits nach fünf Minuten fand sich Suzuki-Pilot Alex Rins im Kiesbett wieder. In Kurve 8 war der Spanier gestürzt, nachdem das Vorderrad die Haftung verlor. Die Suzuki mit der Nummer 42 wurde beim Sturz kaum beschädigt und auch Rins blieb unverletzt. Dank der Marshalls konnte Rins die Maschine wieder anschieben und sie zur Suzuki-Box zurückbringen.

Nach der Halbzeit des FT2 landete Takaaki Nakagami (LCR-Honda) in Kurve 4 im Kiesbett. Der Japaner konnte binnen weniger Minuten an die LCR-Box zurückkehren. Nakagami hielt sich die linke Hand und signalisierte, dass er sich verletzt hat.

Auch Valentino Rossi landet im Kiesbett

Valentino Rossi war 20 Minuten vor dem Ende des FT2 das nächste Sturzopfer. Der Italiener war genau wie Nakagami eine Viertelstunde zuvor in Kurve 4 gestürzt. 16 Minuten vor dem Ablaufen der Uhr kehrte Rossi an die Yamaha-Box zurück, wirkte aber nicht, als ob er sich in Eile befindet, den Rest der Session noch zu nutzen.

Miguel Oliveira hatte das FT2 lange Zeit angeführt. Der Portugiese lag mit einer 1:40.270er-Runde vorn. Honda-Ersatzpilot Stefan Bradl setzte sich 20 Minuten vor dem Ende des FT2 an die Spitze der Wertung. Der Zahlinger unterbot Oliveiras Zeit um 0,030 Sekunden.

Yamaha-Piloten verdrängen Stefan Bradl von der Spitze

Doch Bradl durfte sich nicht lange über die Spitzenposition freuen. Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha) kratzte mit einer 1:40.079er-Runde an der ersten 1:39er-Zeit. Mit seiner Zeit übernahm Morbidelli die Führung in der Tageswertung.

Yamaha-Werkspilot Maverick Vinales fuhr 14 Minuten vor dem Ende des FT2 mit einer 1:39.931er-Zeit als erster Fahrer unter 1:40 Minuten. In der finalen Viertelstunde notierten viele Fahrer persönliche und absolute Sektor-Bestzeiten.

Knappe Abstände beim finalen Showdown

Sechs Minuten vor dem Ende des FT2 schob sich Jack Miller (Pramac-Ducati) an die Spitze der Wertung. Der Australier schraubte die Bestzeit auf 1:39.895 Minuten herunter. Und auch der neue Weltmeister meldete sich in der Schlussphase des FT2 mit starken Rundenzeiten zurück. Joan Mir (Suzuki) schob sich mit einer 1:39.954er-Runde in die Top 4.

Johann Zarco (Avintia-Ducati) überraschte vier Minuten vor dem Ende des FT2 mit der provisorischen Bestzeit. Der Franzose fuhr in 1:39.744 Minuten die bisher schnellste Rundenzeit des Wochenendes. Eine Runde später verbesserte Zarco die Bestmarke auf 1:39.417 Minuten.

Zarco konnte in den finalen Minuten nicht mehr an der Spitze verdrängt werden. Der ehemalige Moto2-Champion holte sich mit seiner 2019er-Ducati die Bestzeit. Maverick Vinales kam beim finalen Versuch bis auf 0,119 Sekunden heran und beendete das FT2 als Zweiter.

Ducati, Yamaha und Aprilia in den Top 3

Aprilia konnte sich über die drittschnellste Zeit freuen. Aleix Espargaro lag am Freitag nur 0,228 Sekunden zurück. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) und Brad Binder (KTM) komplettierten die Top 5, die durch lediglich 0,280 Sekunden voneinander getrennt wurden.

Aktuell ebenfalls auf Q2-Kurs befinden sich Joan Mir (Suzuki), Andrea Dovizioso (Ducati), Pol Espargaro (KTM), Jack Miller (Pramac-Ducati) und Franco Morbidelli (Petronas-Yamaha). Die Top 10 lagen innerhalb von weniger als einer halben Sekunde.

Aleix Espargaro brachte Aprilia in die Top 3

Aleix Espargaro brachte Aprilia in die Top 3<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Aleix Espargaro brachte Aprilia in die Top 3Motorsport Images

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Stefan Bradl (Honda) scheiterte knapp an den Top 10. Obwohl er nur 0,492 Sekunden Rückstand hatte, beendete er das FT2 nur auf der elften Position. Bradl war aber schnellster Honda-Pilot. Markenkollege Takaaki Nakagami (LCR-Honda) wurde Zwölfter, Cal Crutchlow (LCR-Honda) beendete das FT2 auf Position 14 und Honda-Werkspilot Alex Marquez fand sich auf Position 18 wieder.

Valentino Rossi am Freitag nur Vorletzter

Absolut enttäuschend verlief der Tag für Valentino Rossi. Beim Abschieds-Wochenende vom Yamaha-Werksteam schloss er den Freitag mit dem 21. und damit vorletzten Platz ab. Rossi lag 1,862 Sekunden zurück. Nur Tech-3-KTM-Ersatzpilot Mika Kallio war langsamer als der 41-jährige Italiener.

Das FT3 der MotoGP wird am Samstagvormittag um 10:55 Uhr gestartet. Im Gegensatz zum FT1 und FT2 haben die Piloten im FT3 aber nur 45 Minuten Trainingszeit.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.