MotoGP Aragon 2: Morbidelli siegt vor Suzuki-Duo, Nakagami stürzt früh

Juliane Ziegengeist
·Lesedauer: 4 Min.

Zweiter MotoGP-Sieg für Franco Morbidelli: In Aragon 2 zeigte der Petronas-Yamaha-Pilot ein fehlerfreies Rennen und setzte sich damit gegen die beiden Suzuki-Piloten Alex Rins und Joan Mir durch, die es erneut auf das Podium schafften, nachdem sich gleich zwei Honda-Fahrer frühzeitig aus dem Spiel nahmen.

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Mir, der erneut Dritter wurde, gibt zu: "Ehrlich gesagt konnte ich heute nicht viel mehr zeigen. Ich denke, wir fuhren ein sehr gutes Rennen. Die Fahrer vor mir waren zu Beginn schneller. Ich konnte das nicht wieder aufholen. Sie waren super schnell. Ich muss ihnen gratulieren. Ich hätte nicht schneller fahren können heute."

"Vermutlich beanspruchte ich zu Beginn die Reifen stärker und das warf mich gegen Rennende ein bisschen zurück", sucht der WM-Leader nach Erklärungen. "Doch es ist okay. Ein weiteres Podium. Das ist ein beeindruckendes Ergebnis von Startplatz zwölf aus. Ein Podium ist heute wie ein Sieg." Auf diesen muss er weiter warten.

Drama für Nakagami schon kurz nach dem Start

In puncto Reifen war Rins einer von nur drei Fahrern, die sich für die Kombination soft-soft entschieden hatten. Bei Temperaturen von knapp 22 Grad in der Luft und 30 Grad auf dem Asphalt setzten die meisten vorne auf den Medium-Reifen, hinten dominierte die weiche Mischung. Morbidelli fuhr mit medium-medium.

Am Start blieb er zunächst Zweiter hinter Polesetter Takaaki Nakagami (LCR-Honda), der jedoch schon nach wenigen Kurven stürzte und damit Morbidelli die Führung überließ. Auch weiter hinten im Feld kam es in Runde eins zu einem Sturz: Brad Binder (KTM) und Jack Miller (Pramac-Ducati) schieden nach einer Kollision in Kurve 2 aus.

Die Reihenfolge nach der ersten von 23 Rennrunden sah Morbidelli vor Rins, Johann Zarco (Avintia-Ducati), Maverick Vinales (Yamaha) und Mir, der von Startplatz zwölf nach vorn geprescht war. Fabio Quartararo (Petronas-Yamaha) war Sechster, gefolgt von Honda mit Cal Crutchlow und Alex Marquez. Letzterer fuhr als Einziger mit dem harten Vorderreifen.

Mir und Marquez bereits früh auf dem Vormarsch

In der Anfangsphase bestimmte Morbidelli das Tempo und fuhr die schnellsten Runden, abschütteln konnte er Rins aber nicht. Zarco musste auf Platz drei wiederum etwas abreißen lassen. Eine kleine Lücke klaffte auch hinter Vinales und Mir. Doch Marquez, einmal vorbei an Crutchlow und Quartararo, kam langsam wieder ran.

In Runde vier schrieb der MotoGP-Rookie mit 1:48.186 Minuten die bis dato schnellste Rennrunde und klebte bereits am Hinterrad von Mir. Der trat die Flucht nach vorn an und attackierte Vinales, um Platz vier zu übernehmen. Marquez konnte er damit jedoch nicht loswerden, denn auch er kassierte Vinales und war nun Fünfter.

An der Spitze machte Morbidelli weiter die Pace. Er hatte Marquez' Rundenzeit noch einmal getoppt und ein paar Meter zwischen sich und Rins gelegt. Hinter den beiden war der Rückstand nach acht Runden auf anderthalb Sekunden angewachsen. Gleichzeitig schrumpfte Zarcos Vorsprung auf die beiden Verfolger Mir und Marquez.

Honda-Drama: Nach Nakagami stürzt auch Marquez

In Runde elf legte sich zuerst Mir die Ducati zurecht. Kurz darauf kam auch Marquez vorbei, musste sich aber mit einem Gegenangriff von Zarco auseinandersetzen und verlor so wichtige Zeit auf Mir. Doch es kam noch schlimmer, denn bei noch zehn zu fahrenden Runden stürzte Marquez übers Vorderrad und schied aus.

Damit hatte Honda zwei aussichtsreiche Kandidaten im Kampf um das Podest frühzeitig verloren. Das Podium schien sich nun zwischen Morbidelli und den beiden Suzuki-Piloten zu entscheiden, wobei Mir nicht wirklich Zeit auf das Spitzenduo gutmachen konnte. Der WM-Leader lag bereits mehr als zwei Sekunden zurück.

Zumindest drohte keine Gefahr von hinten, denn Zarco hatte seinerseits über fünf Sekunden Rückstand auf Mir. Dessen WM-Rivale Quartararo kämpfte in der zweiten Hälfte der Top 10 mit Vinales und Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) um die Plätze sechs bis acht. Andrea Dovizioso (Ducati), zunächst Teil dieser Gruppe, musste abreißen lassen.

In den Schlussrunden konnte Suzuki dem Tempo von Morbidelli an der Spitze dann endgültig nichts mehr entgegensetzen. Der Petronas-Pilot überquerte die Ziellinie mit 2,205 Sekunden Vorsprung auf Rins. Mir lief wiederum 3,171 Sekunden hinter Rins ein. Nach Aragon 1 standen somit erneut beide Suzukis auf dem Treppchen.

Vier verschiedene Hersteller schaffen es in die Top 5

KTM-Pilot Pol Espargaro beendete das Rennen als starker Vierter vor Zarco, der sich am Ende knapp gegen Oliveira durchsetzen konnte. Beide trennten im Ziel gerade mal 0,038 Sekunden. Vinales, Quartararo, Iker Lecuona (Tech-3-KTM und Danilo Petrucci (Ducati) komplettierten die Top 10. Dovizioso kam nicht über Platz 13 hinaus.

Er landete damit noch hinter Crutchlow und Stefan Bradl (Honda), der Zwölfter wurde. Insgesamt sahen nur 15 Fahrer die Zielflagge. Tito Rabat (Avintia-Ducati) und Bradley Smith (Aprilia) belegten die letzten beiden Plätze. Aleix Espargaro schied mit einem Defekt an seiner Aprilia spät aus. Auch Francesco Bagnaia stellte seine Ducati vorzeitig ab.

In der WM konnte Mir die Führung mit seinem sechsten Podestplatz in dieser Saison weiter ausbauen. Er hat nun 14 Punkte Vorsprung auf Quartararo. Vinales liegt an dritter Stelle weitere fünf Zähler zurück. Rennsieger Morbidelli überholte Dovizioso in der WM-Tabelle und hat als neuer Vierter 25 Punkte Rückstand nach vorn.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.