Moskaus Zentralbank will Bevölkerung nach Absturz der Börse beruhigen

Russlands Notenbankchefin Elvira Nabiullina

Nach dem Absturz an der Moskauer Börse und dem Verfall des Rubel hat sich Russlands Zentralbankchefin darum bemüht, die Bevölkerung zu beruhigen. Es bestünden keine Risiken für die Finanzstabilität des Landes, sagte Elvira Nabiullina am Dienstag bei einer Konferenz in Moskau. "Es gibt keinen Bedarf, irgendwelche systemischen Maßnahmen zu ergreifen", sagte Nabiullina. Die Moskauer Börse war am Montag infolge von US-Sanktionen eingebrochen.

Die am Freitag von Washington verhängten Strafmaßnahmen gegen Firmen, Regierungsmitglieder und Putin-nahe Oligarchen sorgten am Montag für massive Verluste an der Moskauer Börse und ließen den Rubel an Wert verlieren. Am Dienstag war ein Euro 78 Rubel wert und damit so viel wie seit April 2016 nicht mehr. Auch der Dollar gewann gegenüber der russischen Währung.

Russlands Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin zeigte sich dennoch überzeugt, dass "die Gesamtwirtschaft und die Finanzmärkte überleben" werden. Auch der Kreml versuchte, angesichts der Auswirkungen der jüngsten Sanktionen zu beschwichtigen, um Panik vorzubeugen. "Diese Dinge passieren", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Situation werde sich später von selbst wieder anpassen.

Russlands Wirtschaft hatte sich erst Ende 2016 von einer zweijährigen Rezession erholt, die durch westliche Sanktionen infolge der Ukraine-Krise und niedrige Ölpreise ausgelöst worden war.