Moskau ein Dorn im Auge: Warnung vor Langstreckenwaffen für Ukraine

Die russische Armee scheint in mehreren Gebieten der Ostukraine ihre Offensive weiter verstärkt zu haben. Unklar ist, ob sie dadurch auch große Geländegewinne erzielen konnte. Durch russischen Beschuss sind nach ukrainischen Angaben im Gebiet um die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw im Nordosten an diesem Montag drei Menschen getötet worden.

Am härtesten umkämpft bleibt aber nach übereinstimmenden Berichten das Gebiet Donbas. Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte Aufnahmen von Su-34 Kampfjets im Einsatz, die militärische Infrastruktur der Ukraine zerstört haben sollen. Die russische Luftwaffe habe einen ukrainischen MiG-29-Jet im Gebiet Slowjansk und 13 unbemannte Drohnen in den Gebieten Luhansk, Donezk, Charkiw und Saporischschja zerstört.

Moskaus Dorn im Auge: Langstreckenwaffen

Außenminister Sergej Lawrow warnte vor westlichen Lieferungen von Langstreckenwaffen an die Ukraine: "Ich kann nur hinzufügen, dass wir die Grenze, ab der Neonazis die Russische Föderation bedrohen können, umso weiter von unserem Territorium entfernen werden, je größer die Reichweite der von Ihnen gelieferten Waffen ist."

Lawrow dürfte Waffen wie das französische Caesar-System gemeint haben, das von der Ukraine unter anderem im Donbas genutzt wird. Es kann auf beliebigen Lkw transportiert werden und im Minutentakt sechs Granaten abschießen und damit Ziele in 40 Kilometer Entfernung treffen. Die bedienenden Soldaten wurden vor einem Monat in Südfrankreich ausgebildet. Frankreich stellte 18 Caesars zur Verfügung.

Das britische Verteidigungsministerium kündigte an, der Ukraine eine nicht genannte Anzahl von M270-Merfachraketenwerfern zur Verfügung zu stellen. Die Entscheidung sei nach dem Beschuss Kiews am 5. Juni gefallen. Die Raketen haben eine Reichweite von 80 Kilometern.

Bereits der russische Präsident Wladimir Puton hatte den Westen vor der Lieferung von Langstreckenwaffen gewarnt und als mögliche Konsequenz den Einsatz von "Mitteln zur Vernichtung" genannt.

Frontbesuch in der Ostukraine

Das ukrainische Präsidialbüro veröffentlichte an diesem Montag Aufnahmen des Frontbesuchs von Präsident Wolodymyr Selenskyj nahe Sjewjerodonezk.

Dort seien die russischen Truppen überlegen, aber man halte die Lage, sagte Selenskyj. Am gefährlichsten sei die Situation jedoch im Gebiet Saporischschja, in dem die russische Armee die Gebietshauptstadt bedrohe, sagte er nach dem Frontbesuch.

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