Moskauer Kino widersetzt sich Stalin-Verbot

Das Moskauer Pioner-Kino hat den britisch-französischen Film über Stalin vorgeführt. Das Programmkino wiedersetzte sich somit der Entscheidung des russischen Kulturministeriums, das die Verleihgenehmigung kurzfristig zurückgezogen hatte. Der Besucherandrang war groß.

Sie könne nicht sagen, ob sie den Film mochte oder nicht, meinte eine Russin nach der Vorführung. Auf alle Fälle hätte man ihn nicht verbieten sollen. Man solle selber entscheiden dürfen, ob man ihn sehen will oder nicht.

Die satirische Komödie "Stalin's Death" beschäftigt sich mit dem Tod des sowjetischen Diktators und dem darauf folgenden Machtkampf. Laut Medienberichten hat der Kreml die Ausstrahlung aufgrund von zahlreichen Beschwerden verboten. Angehörige der älteren Generation würden in dem Film nämlich eine Verspottung der sowjetischen Vergangenheit sehen.

Auch Zeitzeugen unter den Kinobesuchern

Nein, er sei nicht lustig gewesen, sagte eine andere Kinobesucherin. Sie denke, dass das, was der Film zeige, beinahe die Wahrheit sei. Sie finde es aber schade, dass dieser Film etwa den Engländern gezeigt werde und nicht den Russen.

Unter den zahlreichen Besuchern befanden sich auch Zeitzeugen, die bei Stalins Begräbnis vor rund 60 Jahren dabei gewesen waren.

Kreml würde russische Kinovorführungen rechtlich verfolgen

In einer Reaktion auf die unerlaubte Kinovorführung, sagte der Kreml, dass jede Verletzung des Verbots rechtlich verfolgt werde. Das Kinopersonal wollte dies nicht kommentieren.