Moskau bedauert Aus für Werbung von russischen Medien RT und Sputnik bei Twitter

Twitter arbeitet an neuem Verifizierungssystem

Der Kreml hat das Aus für Werbung der russischen Medien Sputnik und RT bei Twitter bedauert. Der Kurzbotschaftendienst sei "Opfer von tiefgreifenden Vorurteilen" gegen russische Medien geworden, erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag. Es handele sich um eine "aggressive Geste", die überprüft werden müsse. Twitter verbannte am Donnerstag wegen des Vorwurfs der Wahlkampfmanipulation jegliche Werbung der russischen Medien Sputnik und RT aus seinem Dienst.

Die Entscheidung gehe auf Untersuchungen rund um die US-Präsidentschaftswahl 2016 und die Einschätzung der US-Geheimdienste zurück, wonach beide Medien versuchten, "im Auftrag der russischen Regierung die Wahl zu beeinflussen", hatte Twitter die sofort in Kraft getretene Maßnahme begründet.

RT (vormals Russia Today) und Sputnik könnten aber weiterhin Twitter-Nutzer bleiben, betonte der Internetkonzern. In den vergangenen Jahren von den beiden Medien für Werbung gezahlte Beträge sollten für unabhängige Forschung zur Twitternutzung gespendet werden.

Peskow monierte auch eine Ungleichbehandlung der Twitter-Kunden. RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan hatte die Entscheidung bereits am Donnerstag als "höchst bedauerlich" bezeichnet und US-Medien mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht.

Nach der US-Präsidentschaftswahl im vergangenen November war deutlich geworden, dass russisch finanzierte Inhalte in Online-Netzwerken gezielt platziert wurden, um die Wahl zugunsten des Rechtspopulisten Donald Trump zu beeinflussen. Twitter sowie Facebook bestätigten bereits, russisch finanzierte Inhalte entdeckt zu haben.