Moscheeschließungen: Türkisch Islamische Union übt Kritik

Nach dem Entschluss der österreichischen Regierung, sieben Moscheen zu schließen und Imame auszuweisen, hat die Türkisch Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich (ATIB) deutliche Kritik an der Maßnahme geübt. ATIB hatte bestätigt, dass Imame vom Ausland aus bezahlt wurden, was gegen österreichisches Recht verstößt.

ATIB-Sprecher Ersoy Yasar sagte: „Auch wenn es ein Fehler war, auch wenn es diese Moscheegemeinden Fehler gemacht haben: Wie entstehen Parallelgesellschaften? Mit der Ausschließungspolitik. Aber wir brauchen in Österreich eine Umarmungspolitik, egal welche Einflüsse aus dem Ausland kommen. Aber wir müssen schauen, dass wir diese Menschen für Österreich gewinnen können“, so Yasar.

Thomas Schmidinger, Lektor am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, bezweifelt, dass das Vorgehen der Regierung wirkungsvoll sein wird. „Ich glaube nicht, dass man mit türkischem Rechtsextremismus so erfolgreich umgehen kann, dass man ihn einfach nur verbietet. Das Problem muss meines Erachtens anders bearbeitet werden.“

Euronews-Reporter Johannes Pleschberger kommentiert: „Auch die Moschee der Grauen Wölfe hier am Wiener Antonsplatz wird von der Regierung geschlossen. Selbst die islamische Glaubensgemeinschaft hatte die angeblich rechtsextreme Moschee zuvor als illegal eingestuft. Die Türkei hat unterdessen die österreichischen Maßnahmen scharf kritisiert. Sie seien islamophob, diskriminierend und rassistisch.“

Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte im Rahmen einer Medienkonferenz gesagt: „Sie wissen, dass Österreich ein Land der Vielfalt ist, in dem Religionsfreiheit ein hohes Gut darstellt. Es ist aber gleichzeitig klar, dass wir ein Rechtsstaat sind, in dem es gesetzliche Regeln braucht, um unser Zusammenleben zu ordnen. Radikalisierungstendenzen und der politische Islam haben in unserem Land keinen Platz.“