Morphosys-Aktie: Warum sie trotz Constellation-Übernahme fällt

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Morphosys (WKN: 663200)-Aktien sind seit Anfang 2020 bereits um mehr als 58 % gefallen (15.07.2021). Dabei konnte das Biotech-Unternehmen im vergangenen Jahr (2020) noch einen neuen Rekordumsatz von 327,7 Mio. Euro und einen Gewinn von 97,9 Mio. Euro erzielen. Beides stellten neue Rekordwerte dar.

Gründe für den Rückgang der Morphosys-Aktie

Doch im ersten Quartal 2021 sah das Bild schon wieder sehr viel schlechter aus. Die Monjuvi-Umsätze enttäuschten, weshalb der Umsatz um 81 % einbrach und wieder ein Verlust von -40,6 Mio. Euro verbucht wurde.

Als der Konzern im Juni 2021 für insgesamt 1,7 Mrd. US-Dollar die Übernahme von Constellation Pharmaceuticals gekannt gab, waren die Investoren ebenfalls nicht begeistert. Die große Sorge der Anleger ist, dass Morphosys für die Übernahme zu viel bezahlt. Bisher besitzt Constellation kein zugelassenes Produkt und nur ein Mittel in der klinischen Forschungsphase drei.

Heute (15.07.2021) gab Morphosys den Abschluss der Constellation-Übernahme bekannt. Das Unternehmen begründet sie mit der Stärkung seiner Position in der Hämatologie-Onkologie. Gegenüber Ende Mai 2021 zahlte Morphosys jedoch mit 34 US-Dollar einen Aufschlag von fast 72 %.

42,8 Mio. Constellation-Wertpapiere wurden angedient, was etwa 89 % der im Umlauf befindlichen Aktien zum Ablauf des Übernahmeangebotes entspricht. Constellation Pharmaceuticals wird so zu einer 100%igen Morphosys-Tochter. „Diese Übernahme stellt eine echte Transformation für Morphosys dar und stärkt unsere Position in der Hämatologie-Onkologie. Damit beginnt ein wichtiges neues Kapitel unserer Unternehmensgeschichte“, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Jean-Paul Kress.

Doch was die Anleger von der Aktie weiterhin abschreckt, sind die mit der Transaktion verbundenen Unsicherheiten. So hat Morphosys, um den Kauf überhaupt möglich zu machen, eine komplizierte Finanzierungspartnerschaft mit Royalty Pharma (WKN: A2P62D) abgeschlossen.

Dabei erhält die Firma 100 % der Lizenzgebühren aus den Nettoumsätzen von Tremfya(R), 80 % der zukünftigen Lizenzgebühren und 100 % der zukünftigen Meilensteinzahlungen für Otilimab, 60 % der zukünftigen Lizenzgebühren für Gantenerumab und 3 % der zukünftigen Nettoumsätze der im klinischen Stadium befindlichen Constellation-Präparate (Pelabresib und CPI-0209).

Im Gegenzug zahlt Royalty 1,425 Mrd. US-Dollar im Voraus an Morphosys. Weitere 350 Mio. US-Dollar kommen über Entwicklungsfinanzierungsanleihen hinzu. Darüber hinaus wird Royalty Pharma bis zu 150 Mio. US-Dollar zahlen, wenn klinische, regulatorische und kommerzielle Meilensteine für Otilimab, Gantenerumab und Pelabresib erreicht werden. Royalty Pharma wird sich zudem über eine Barkapitalerhöhung mit 100 Mio. US-Dollar an Morphosys beteiligen.

Aktienbewertung

Morphosys Aktienkurs hängt stark von weiteren Entwicklungserfolgen und entsprechenden Gewinnen ab. Zwar ist heute noch nicht klar, wie die Zukunft aussehen wird, aber dennoch ist die Aktie seit Anfang 2020 schon deutlich günstiger geworden.

Der Artikel Morphosys-Aktie: Warum sie trotz Constellation-Übernahme fällt ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021

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