Mordprozess gegen Jugendlichen vor dem Landgericht Ulm

Vor dem Landgericht Ulm hat am Dienstag der Prozess gegen einen Jugendlichen begonnen, der einen 64-jährigen Mann kaltblütig getötet, sein Opfer ausgeraubt und anschließend Feuer gelegt haben soll. Zum Auftakt wurde nach Gerichtsangaben lediglich die Anklage gegen den inzwischen 16-Jährigen verlesen. Er selbst und auch Zeugen sollen im Dezember angehört werden. Das Verfahren ist bis Ende Januar terminiert.

Laut Anklage soll der Jugendliche sein Opfer im Mai in Ulm um Essen und einen Schlafplatz gebeten haben. Als der Mann ihm "50 Euro für Fotos angeboten" und ihn "ohne Nachdruck zu sexuellen Handlungen aufgefordert" habe, soll der damals 15-Jährige sich entschlossen haben, ihn zu töten - "aus Abneigung gegenüber Homosexuellen und um Wertsachen an sich zu bringen".

Dazu habe er mit mehreren Messern auf sein Opfer eingestochen und mit anderen Gegenständen auf den Mann eingeschlagen, bis dieser starb. Anschließend habe er Bargeld aus der Wohnung mitgenommen, diese in Brand gesetzt und sei geflohen. Nachbarn entdeckten das Feuer, so dass es gelöscht werden konnte, ohne dass weitere Menschen verletzt oder sogar ums Leben kamen. Dies habe der Angeklagte aber in Kauf genommen.

Bereits zwei Tage zuvor soll der Jugendliche in einem Haus in der Nähe von Ulm Feuer gelegt haben. Auch hier kam niemand zu Schaden. Die Anklage lautet nun unter anderem auf Mord und Raub mit Todesfolge sowie versuchter Mord mit versuchter Brandstiftung in zwei Fällen. Das Verfahren findet wegen des Alters des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.