Mordfall Susanna (14†): Verdächtiger Ali B. wird in Wiesbaden befragt

Gleich nach der Rückkehr nach Deutschland ist Ali B. , der das

14-jährige Mädchen Susanna vergewaltigt und ermordet haben soll, zur

Vernehmung nach Wiesbaden gebracht worden. Schwer bewaffnete

Polizisten einer Spezialeinheit nahmen den 20-jährigen Iraker in Empfang, der mit einem Polizeihubschrauber direkt vom Frankfurter

Flughafen ins Polizeipräsidium Westhessen geflogen wurde.

Bundespolizisten hatten Ali B. am Samstag an Bord einer

Lufthansa-Maschine aus der nordirakischen Stadt Erbil zurück nach

Deutschland gebracht.

In Kanada begrüßte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die Festnahme des Tatverdächtigen und die Rückführung nach Deutschland.

"Das unfassbare Leid, das der Familie und dem Opfer widerfahren ist, bewegt jeden underfasst auch mich», sagte Merkel am Samstag am Rande des G7-Gipfels im kanadischen La Malbaie.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin:

"Auf der anderen Seite ist das eine Aufforderung an uns alle, erstens, die Integration sehr ernst zu nehmen und unsere Werte auch immer wieder deutlich zu machen. Aber eben auch jede Straftat zu ahnden, entsprechend Recht und Gesetz.“

Susanna Feldman war seit dem 22. Mai vermisst worden. Sie wurde vergewaltigt und erdrosselt unter Reisig nahe ihrer Heimatstadt in Mainz gefunden.

Die FAZ beklagt , dass die Polizei wohl zunächst davon ausgegangen war, dass Susanna von zu Hause weggelaufen sei. Die aus Moldawien stammende Mutter von Susanna hatte den Ermittlern auch eine Whatsapp-Nachricht gezeigt, die - wie die Mutter meinte, keinesfalls ihre Tochter gechrieben hat: "Mama, ich komm nicht nach Haus. Ich bin mit meinem Freund in Paris. Such mich nicht – ich komm nach zwei oder drei Wochen. Bye".

Laut kurdischen Medien (TV-Sender „Rudaw“) sagte der Polizeioffizier Tarik Ahmed , Ali B. habe die Tat gestanden. Demnach hätten der 20-Jährige und sein Opfer viel Alkohol getrunken und Tabletten geschluckt. Zwischen den beiden sei es zum Streit gekommen. Das Mädchen habe gedroht, die Polizei anzurufen, was Ali B. nach eigener Aussage zu der Tat getrieben habe - er habe die 14-Jährige stranguliert.

PROTESTE

Themen bei Kundgebungen am Wochenende in Susannas Heimatort Mainz sind das Gedenken an das Mädchen und die Asylpolitik.

Der Asylantrag des verdächtigen Irakers war bereits Ende 2016 abgelehnt worden, er hatte Rechtsmittel dagegen eingelegt, was eine Abschiebung stoppte.

Der Fall hat eine heftige politische Debatte ausgelöst. In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wurde der Ruf nach kürzeren Asylklageverfahren laut.

su mit dpa