Mordfall Kuciak: EP fordert Untersuchung, Schutz für Journalisten

Die Wogen der Empörung über den Mord an dem jungen slowakischen Journalisten Jan Kuciak und seiner Freundin sind noch lange nicht abgeebbt.

Kuciak hatte über den Missbrauch von EU-Geldern und die Rolle der Mafia recherchiert.

Im Straßburger Plenarsaal zeigten sich am Mittwoch viele Abgeordnete demonstrativ solidarisch.

Und sie wollen nicht untätig bleiben. Der ungarische Grünenabgeordnete Benedek Javor sagte gegenüber Euronews:

"Eine der Hauptergebnisse unserer Delegationsreise in die Slowakei war, dass es dort systematische Probleme mit der Vergabe von EU-Geldern gibt, dass die Kontrolle nicht funktioniert."

Und die politischen Folgen dauern an. Die slowakische Regierung bleibt unter Beschuss, auch nach dem Rücktritt von Innenminister Kalinak. Viele fordern weiter Neuwahlen, so auch der oppositionelle Europaabgeordnete Ivan Stefanec

"Ich persönlich bin der Ansicht, dass Neuwahlen für die Slowakei die beste Lösung darstellen."

Ministerpräsident Fico hat am Abend überraschend nachgegeben und seinen Rücktritt, wenn auch unter gewissen Bedingungen, angeboten. So solle seine Partei Smer das Vorschlagsrecht für einen Nachfolger behalten und das jüngste Wahlergebnis auch bei einer neuen Regierungsbildung berücksichtigt werden.