Mordfall Benazir Bhutto: Verurteilungen und Freisprüche

Fast zehn Jahre nach der Ermordung der früheren pakistanischen Premierministerin Benazir Bhutto hat ein Gericht Ex-Militärmachthaber Pervez Musharraf zum Justizflüchtling erklärt. Der 74-Jährige habe sich einem Prozess gegen ihn durch Flucht ins Ausland entzogen. 2016 war eine Ausreisesperre gegen ihn aus gesundheitlichen Gründen aufgehoben worden. Er reiste daraufhin ins selbst gewählte Exil nach Dubai. Das Anti-Terror-Gericht ordnete außerdem die Beschlagnahme von Musharrafs Besitz an.

Zwei hochrangige Polizeibeamte wurden zu je 17 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie sollen den Tatort nach dem Anschlag verändert haben:

“Die beiden Polizeibeamten leisteten Beihilfe. Sie hielten die Polizei vom Ort der Ermordung fern und reinigten den Tatort. Außerdem verhinderten sie die Obduktion. Deshalb konnte man nicht herausfinden, was passiert war”, sagte Staatsanwalt Khwaja Imtiaz.

Die frühere Premierministerin Bhutto war 2007 bei einem Anschlag während einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi getötet worden. Dem damaligen Präsidenten Musharraf wird vorgeworfen, nicht ausreichend für die Sicherheit der früheren Premierministerin und politischen Rivalin gesorgt zu haben.

Während des Prozesses sprachen die Richter fünf mutmaßliche Taliban-Mitglieder vom Vorwurf der Beteiligung an dem Mordanschlag auf Bhutto aus Mangel an Beweisen frei. Ihnen war vorgeworfen worden, den Attentätern geholfen zu haben.