Mord an Susanna: Ali B. gesteht, Merkel will schneller abschieben

Im Mordfall Susanna F. hat der Verdächtige die Tötung der 14-Jährigen gestanden. Ali B. bestreitet aber, das Mädchen vergewaltigt zu haben.

Susanna sei gestürzt und habe sich im Gesicht verletzt, sagte Ali B. vor der Ermittlungsrichterin. Aus Angst, Susanna würde die Polizei rufen, habe er sie umgebracht. Der 20-jährige Iraker sitzt nun in Frankfurt in Untersuchungshaft.

Der Fall Susanna F. politisiert und polarisiert. In Mainz versammeln sich weiter Menschen, die Kanzlerin Merkel und ihrer Asylpolitik eine Mitschuld am Tod des Mädchens geben. „Ich denke, der Mord hätte vermieden werden können, wenn dieser junge Mann nicht ins Land reingelassen worden wäre“, sagt eine Frau. In ihrer Hand ein Schild mit der Aufschrift: „Es reicht! Endlich Konsequenzen ziehen!“

„Trauer statt Hass“ fordern ein paar Dutzend Gegendemonstranten. Doch auch hier geht es vor allem um gesellschaftliche Debatten. „Dass sexuelle Gewalt ein Problem ist, das haben wir schon seit Jahren hier, das ist Teil unserer Gesellschaft. Wir sind auch eine patriarchale Gesellschaft. Und das ist nicht ausschließlich ein Problem von Leuten, die aus anderen Kulturen kommen“, erklärt eine junge Demonstrantin.

In den kommenden Tagen sollen die Demonstrationen weitergehen. Kanzlerin Angela Merkel sprach sich derweil im ARD-Fernsehen für schnellere Abschiebungen abgelehnter Flüchtlinge aus. Ali B.s Asylgesuch war bereits im Dezember 2016 abgelehnt worden.