„Mord im Orient-Express“: Die wahre Geschichte hinter dem Christie-Klassiker

Johnny Depp spielt in der Neuverfilmung den mysteriösen Edward Ratchett, dessen Tod zahlreiche Fragen aufwirft. (Bild: Twentieth Century Fox via AP)

Mit „Mord im Orient-Express“ läuft eine neue Verfilmung des Krimi-Klassikers von Agatha Christie in den Kinos an. Was jedoch kaum jemand weiß: Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten.

Ein Luxuszug, ein Toter, zahlreiche Verdächtige: „Mord im Orient-Express“ ist einer der bekanntesten Kriminalromane von Agatha Christie. 1934 veröffentlicht und seitdem mehrmals verfilmt, läuft der Stoff nun in einer Adaption von Kenneth Branagh in den deutschen Kinos.

Die Handlung spielt sich in dem Zug ab, der auf einer Fahrt von Istanbul nach London mehrere Stunden im Schnee stecken bleibt. Während dieser Zeit wird ein Passagier (Johnny Depp) ermordet, vom Täter fehlt jedoch jede Spur. Der Detektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh), der zufällig an Bord ist, stößt bei der Suche nach Hinweisen auf einen Brief mit dem Namen Daisy Armstrong – ein kleines Mädchen, das Jahre zuvor entführt und ermordet wurde.

Während große Teile der Handlung von „Mord im Orient-Express“ frei erfunden sind, beruht die Geschichte von Daisy Armstrong auf einem prominenten Kriminalfall, der sich kurz vor dem Beginn der Arbeiten an Christies Roman zutrug.

Die Gouvernante Mary Debenham, gespielt von Daisy Ridley, gehört zu den Verdächtigen im Mordfall im Orient-Express. (Bild: Twentieth Century Fox via AP)

Am 1. März 1932 wurde der 20 Monate alte Sohn des berühmten amerikanischen Piloten Charles Lindbergh aus seinem Kinderzimmer entführt. Der Täter forderte 50.000 Dollar Lösegeld – die Eltern zahlten, bekamen ihren Sohn jedoch nicht zurück. Am 12. Mai wurde die Leiche des Kindes in einem Feld nahe des Lindbergh-Hauses gefunden. Wie Untersuchungen zeigten, wurde der Junge bereits am Abend der Entführung ermordet.

Genau wie in dem realen Fall, der 1932 um die Welt ging, begeht das Kindermädchen, das zu Unrecht unter Verdacht steht, in Christies Roman in Folge der Entführung Selbstmord. Während der Täter im Krimi jedoch letztendlich gefasst werden konnte, sah die Realität etwas anders aus: Zwar wurde der deutsche Immigrant Bruno Hauptmann schuldig gesprochen und 1935 hingerichtet, seine Schuld wird jedoch bis heute angezweifelt.

Doch auch von ihren eigenen Erlebnissen ließ sich Christie inspirieren: Sie selbst steckte im Dezember 1931 aufgrund schwerer Regenfälle und Überschwemmungen mit dem Orient-Express zwischen dem Irak und London fest. Die Passagiere, die mit ihr an Bord waren, lieferten die Vorlagen für einige Handlungen und Charaktere des Romans.

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