Morbidelli: Was der Portimao-Test mit Straßenmotorrädern gebracht hat

Mario Fritzsche
·Lesedauer: 3 Min.

Der Algarve International Circuit in Portimao, auf dem am kommenden Wochenende der Grand Prix von Portugal als Saisonfinale der Motorrad-Weltmeisterschaft 2020 ausgetragen wird, ist die erste neue Rennstrecke im Kalender, seitdem man in der Saison 2018 erstmals auf dem Buriram International Circuit in Thailand angetreten ist.

In Vorbereitung auf das Portimao-Debüt haben Anfang Oktober bereits zahlreiche MotoGP-Piloten auf der Berg-und-Talbahn getestet. Bei dieser Gelegenheit durften allerdings nur die Testfahrer der Werksteams tatsächlich auch mit den MotoGP-Bikes ausrücken. Die vor Ort gewesenen Stammfahrer mussten auf Serienmotorräder ausweichen.

FOTOS: MotoGP-Piloten testen in Portimao

Franco Morbidelli ist einer derjenigen, der beim Portimao-Test dabei war und die Strecke daher schon kennt. Mit einer Yamaha R1 drehte der Petronas-Yamaha-Pilot zahlreiche Runden. Auch die Yamaha-Werkspiloten Valentino Rossi und Maverick Vinales nutzten damals die Gelegenheit, Runden mit einer R1 abzuspulen.

"Wenn man das erste Mal an eine neue Rennstrecke kommt, ist normalerweise alles neu und es fällt recht schwer, sich von Beginn an richtig auf alles einzustellen. Für eine so besondere Strecke wie Portimao gilt das umso mehr", erklärt Morbidelli und stellt heraus: "Ein paar Runden mit einem Straßenmotorrad gedreht zu haben, war definitiv hilfreich, auch wenn sich das Motorrad von einem MotoGP-Bike komplett unterscheidet."

Morbidelli sieht sich dank des Tests besser vorbereitet, was die Basis betrifft

Morbidelli sieht sich dank des Tests besser vorbereitet, was die Basis betrifft<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Morbidelli sieht sich dank des Tests besser vorbereitet, was die Basis betrifftMotorsport Images

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So hat Morbidelli beim Test "einen Eindruck davon bekommen, was ich am Rennwochenende sehen und spüren werde". Und dies sieht er als nicht zu unterschätzenden Vorteil im Vergleich dazu, "wenn man die Strecke nur von Onboard-Videos oder den Übertragungen der Superbike-WM kennt".

Im Gegensatz zu Morbidelli blieb dessen Petronas-Teamkollege Fabio Quartararo dem Portimao-Test Anfang Oktober fern. Der Franzose wird die Strecke somit am Freitag direkt seiner M1 unter die Räder nehmen. Warum ließ Quartararo die Gelegenheit Anfang Oktober aus? "Zunächst einmal wollte ich das Risiko einer Verletzung vermeiden. Denn der Test fand kurz vor einem Triple-Header statt", erinnert der Franzose an den Termin.

Quartararo nennt gleich drei Gründe, weshalb er dem Test im Oktober fern blieb

Quartararo nennt gleich drei Gründe, weshalb er dem Test im Oktober fern blieb<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Quartararo nennt gleich drei Gründe, weshalb er dem Test im Oktober fern bliebMotorsport Images

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Der Portimao-Test fand am Mittwoch und Donnerstag der Woche des Grand Prix von Frankreich statt. Direkt im Anschluss folgte der Double-Header im Motorland Aragon. Damals kämpfte Quartararo noch ernsthaft um den MotoGP-Titel mit. Mittlerweile ist der Titel zu Gunsten von Suzuki-Pilot Joan Mir entschieden. Und Quartararo liegt vor dem Finale in Portimao nur noch auf dem fünften Tabellenplatz, während Teamkollege Morbidelli Gesamtzweiter ist.

Quartararo nennt aber noch zwei andere Gründe, weshalb er den Test Anfang Oktober sausen ließ: "Ich war vor sechs Jahren schon mal dort. Und außerdem werden das erste und das zweite Freie Training sehr lang sein." Damit spricht der Franzose darauf an, dass FT1 und FT2 am Portugal-Wochenende jeweils auf 70 statt der üblichen 45 Minuten angesetzt sind.

Valentino Rossi: Einer der vieln MotoGP-Piloten, die Portimao vom Serienbike kennen

Valentino Rossi: Einer der vieln MotoGP-Piloten, die Portimao vom Serienbike kennen<span class="copyright">Yamaha MotoGP</span>
Valentino Rossi: Einer der vieln MotoGP-Piloten, die Portimao vom Serienbike kennenYamaha MotoGP

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In Reihen der MotoGP-Piloten, die das Finale in Portimao bestreiten, waren neben den Yamaha-Fahrern Morbidelli, Rossi und Vinales beim Oktober-Test auch Aleix Espargaro und Lorenzo Savadori (Aprilia), Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci (Ducati), Stefan Bradl und Alex Marquez (Honda), Brad Binder und Pol Espargaro (KTM), Joan Mir und Alex Rins (Suzuki), Tito Rabat und Johann Zarco (Avintia-Ducati), Jack Miller (Pramac-Ducati), Takaaki Nakagami (LCR-Honda) und Miguel Oliveira (Tech-3-KTM) allesamt dabei.

Auf der anderen Seite gibt es neben Quartararo nur drei weitere Piloten, die beim Oktober-Test nicht vor Ort waren: Francesco Bagnaia, Cal Crutchlow und Mika Kallio. Letztgenannter wusste freilich damals noch nicht, dass er das Saisonfinale für Tech-3-KTM anstelle von Iker Lecuona bestreiten würde.

Mit Bildmaterial von MotoGP.com.