Morbidelli frohlockt: Probleme aus Valencia 1 sind behoben

Mario Fritzsche
·Lesedauer: 4 Min.

Wie am Freitag, so am Samstag: Während sich Fabio Quartararo am zweiten Valencia-Wochenende der MotoGP-Saison 2020 auch im Qualifying schwertat und nach dem Umweg über Q1 schließlich in Q2 nur den elften Startplatz an Land ziehen konnte, ist Petronas-Yamaha-Teamkollege Franco Morbidelli auf die Pole-Position gefahren.

Im Gegensatz zu Quartararo und auch zu den beiden Yamaha-Werkspiloten Maverick Vinales und Valentino Rossi fährt Morbidelli nicht die neueste Spezifikation der M1. Mit seinem Modell, das eine Kombination aus 2019er- und 2020er-Bike ist, kommt Morbidelli gerade an diesem Wochenende bestens zurecht, während sich seine drei Markenkollegen mit dem 2020er-Bike abmühen und vor Rätseln stehen (Startaufstellung zum GP Valencia in Valencia).

Am ersten der beiden Valencia-Wochenenden lief es auch für Morbidelli nicht. Mit P9 im Qualifying und P11 im Rennen erlebte er einen Durchhänger. Seither aber haben er und Crewchief Ramon Forcada an den entscheidenden Stellschrauben gedreht, um wieder zu der Performance zu finden, mit der Morbidelli sowohl Misano 1 als auch Aragon 2 gewonnen hat.

"Ich fühle mich gut. Wir haben sehr gut verstanden, was in Valencia 1 los war und haben versucht, das für das zweite Wochenende hier zu beheben", sagt Morbidelli und bekennt, dass er am Freitag "sofort ein besseres Gefühl" hatte. "Jetzt kämpfen wir wieder um die Spitzenpositionen. Das ist großartig. Diesen Rhythmus wollen wir für morgen aufrecht erhalten", so der Italiener.

Dazu, dass seine drei Yamaha-Markenkollegen große Probleme haben, sagt Morbidelli: "Es fällt mir schwer, mich mit ihnen zu vergleichen, weil sich unsere Bikes unterschieden. Somit ist der Vergleich nicht exakt. Wenn man die Daten [der anderen] analysieren würde, um sie in die Abstimmung einfließen zu lassen, würde man einen falschen Weg einschlagen. Es ist einfach eine Tatsache, dass sich die Bikes unterscheiden."

Crewchief Forcada hat großen Anteil

Mehr noch: Petronas-Yamaha-Teamdirektor Johan Stigefelt hat an diesem Wochenende bestätigt, dass Morbidelli auch in der MotoGP-Saison 2021 mit dem Yamaha-Modell fahren wird, das ihm in der laufenden Saison zur Verfügung steht. Morbidelli bestätigt dies und ist erfreut: "Ich kann das Statement von 'Stiggy' bestätigen. Ich werde nächstes Jahr mit demselben Bike antreten. Ich bin happy mit dieser Entscheidung, die das Team und Yamaha getroffen haben."

Ramon Forcada hat über 500 Rennen in der Motorrad-WM aktiv miterlebt

Ramon Forcada hat über 500 Rennen in der Motorrad-WM aktiv miterlebt<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Ramon Forcada hat über 500 Rennen in der Motorrad-WM aktiv miterlebtMotorsport Images

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Abgesehen vom Material sieht Morbidelli in der Arbeit seines erfahrenen Crewchiefs Ramon Forcada einen entscheidenden Faktor dafür, dass er in dieser Saison so stark auftritt: "Ramon ist ein richtiger 'Crack' dieses Sports. Er verfügt über jede Menge Erfahrung und Wissen. Er kennt das Motorrad in- und auswendig."

"Und dass wir dieses Motorrad auch im nächsten Jahr fahren werden, sehe ich als Vorteil. Ich darf mich sehr glücklich schätzen, mit ihm arbeiten zu dürfen", so Morbidelli über Forcada, der seit über 30 Jahren im Geschäft ist und in diesem Jahr in Misano 2 seinen 500. Grand-Prix-Einsatz in der Motorrad-WM feierte.

Morbidelli schreibt sogar den Titel 2020 noch nicht ab

Das Rennen am Sonntag ist das vorletzte Saisonrennen. In der aktuellen MotoGP-Gesamtwertung 2020 rangiert Morbidelli mit 45 Punkten Rückstand auf WM-Spitzenreiter Joan Mir (Suzuki) an fünfter Stelle. Der Rückstand auf seinen eigenen Petronas-Yamaha-Teamkollegen Fabio Quartararo beträgt aber nur acht Punkte. Auf Yamaha-Werkspilot Maverick Vinales fehlen ihm gar nur vier Punkte.

Morbidellis Ziel ist es, die Saison mindestens als punktbester Yamaha-Fahrer abzuschließen: "Keine Frage, ich versuche, das Beste aus dieser Saison zu machen. Ob es am Ende der erste, zweite, dritte oder vierte Rang wird? Alles wäre gut."

"Wenngleich die Chancen auf den Titel sehr gering sind, muss das noch unser Ziel sein. Ich nehme mir immer das Maximum vor, denn ich fühle mich in guter Verfassung und komme gut mit dem Bike zurecht. Ob es reicht, wird sich zeigen. Schauen wir mal, wie es morgen läuft und wie es dann in Portimao läuft", so Morbidelli, der damit sogar den WM-Titel noch nicht komplett abschreibt.

Bei den letzten beiden Saisonrennen will Morbidelli voll auf Angriff fahren

Bei den letzten beiden Saisonrennen will Morbidelli voll auf Angriff fahren<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Bei den letzten beiden Saisonrennen will Morbidelli voll auf Angriff fahrenMotorsport Images

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