Südkoreas Präsident zu Treffen mit Kim bereit

Südkoreas Präsident Moon live im Fernsehen

Südkoreas Staatschef Moon Jae In hat sich zu einem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bereit erklärt. "Unter den richtigen Bedingungen kann ich jederzeit einen Gipfel abhalten", sagte Moon am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Seoul. Nach den ersten direkten Gesprächen zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten seit zwei Jahren äußerte er sich zuversichtlich über eine weitere Deeskalation auf der koreanischen Halbinsel.

Das Treffen am Dienstag sei ein "guter Start" und ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen, sagte Moon. Der nächste Schritt müsse sein, Pjöngjang zu Gesprächen über einen Verzicht auf Atomwaffen zu bewegen. Eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel sei "der Weg zum Frieden", fügte Moon hinzu.

Südkoreas Staatschef betonte, er werde sich für eine Aussöhnung mit dem Norden einsetzen. "Ich werde die Angst und das Misstrauen fortnehmen, die sich tief im Leben der Menschen verwurzelt haben", sagte Moon. "Schritt für Schritt werde ich gemeinsam mit dem Volk ein friedliches und stabiles Leben ohne Angst vor Krieg schaffen."

Moon zeigte sich in diesem Zusammenhang offen für ein Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim. Ein solcher Gipfel könne aber kein Selbstzweck sein, sondern es müssten auch Ergebnisse "garantiert" werden.

Südkoreas Staatschef hatte sich bereits in der Vergangenheit dafür eingesetzt, mit Nordkorea Verhandlungen aufzunehmen. US-Präsident Donald Trump vertritt hingegen eine harte Haltung gegenüber Pjöngjang.

Moon versicherte am Mittwoch aber, dass Südkorea "keine Meinungsunterschiede mit den USA" habe. Washington habe "vollständige Unterstützung für die inter-koreanischen Gespräche gezeigt". Das US-Außenministerium hatte allerdings am Dienstag vor einem zu großen Entgegenkommen gegenüber Pjöngjang gewarnt.

Am Dienstag hatten sich erstmals seit mehr als zwei Jahren Regierungsvertreter aus Nord- und Südkorea zu direkten Gesprächen in Panmunjom in der entmilitarisierten Zone an der gemeinsamen Grenze getroffen. Dabei kündigte Nordkorea seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Südkorea kommenden Monat an. Außerdem verständigten sich die seit Jahrzehnten verfeindeten Nachbarstaaten auf Schritte zur militärischen Deeskalation.

Südkoreas Regierungschef Lee Nak Yon rechnet damit, dass der Norden eine "riesige Delegation von 400 bis 500" Menschen nach Pyeongchang schicken wird. Er hoffe darauf, dass Nordkoreas Teilnahme an den Winterspielen zu einem Ende der Eiszeit zwischen Seoul und Pjöngjang beitrage.

In den vergangenen Monaten hatte Nordkoreas Machthaber Kim die internationale Gemeinschaft mit Raketentests und dem bislang gewaltigsten Atomtest beunruhigt. Er verstieß damit gegen Resolutionen der Vereinten Nationen. Zudem lieferte sich Kim einen verbalen Schlagabtausch mit US-Präsident Trump, der wiederum Nordkorea mit der völligen Zerstörung drohte. All dies löste international die Sorge vor einem Atomkrieg aus.