MONTE CARLO: Hannover Rück zweifelt trotz 'Irma' nicht an Milliardengewinn

dpa-AFX

MONTE CARLO (dpa-AFX) - Der Rückversicherer Hannover Rück hält trotz der immensen Zerstörungen durch die Wirbelstürme "Harvey" und "Irma" an seinen Gewinnplänen für 2017 fest. "Wir erwarten, dass unsere Gewinnprognose von mehr als einer Milliarde Euro weiterhin gilt", sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Montag beim Branchentreffen "Rendez-vous de Septembre" in Monte Carlo. Es gebe bisher keinen Hinweis darauf, dass die zu erwartenden Schäden das vorgesehene Großschaden-Budget des Konzerns sprengen würden, das sich für 2017 auf insgesamt 825 Millionen Euro beläuft.

Für die Erneuerung der Verträge mit Erstversicherern wie Allianz oder Axa zum 1. Januar 2018 erwartet Wallin nach einem jahrelangen Preisverfall nun ein stabiles Prämienniveau. In Geschäftsfeldern, die etwa von Schäden durch "Harvey" und "Irma" betroffen waren, geht er von einem Anstieg der Preise für Rückversicherungsschutz aus. Rückversicherer wie Hannover Rück , Munich Re und Swiss Re treffen sich jedes Jahr im September in Monte Carlo mit ihren Kunden und Maklern, um dort die Konditionen für die Vertragserneuerung zum folgenden Jahreswechsel abzustecken.

Die jüngsten Schäden durch die Wirbelstürme könnten den Rückversicherern gute Argumente geben, die Preisschraube nach jahrelangen Abschlägen wieder in die andere Richtung zu drehen. Für genaue Schaden-Schätzungen zu "Irma" sei es aber noch zu früh, sagte Wallin. Immerhin habe der Sturm durch seine Abkehr von Miami "nicht die teuerste Route genommen".