Jeden Monat sterben 4 Menschen, weil ihr Kaffee und Snacks essen wollt

Arthur Neslen
Rámon Bedoyas führt Journalisten über den Grundbesitz seiner Familie. 

Kaffee gemahlen, 500 Gramm, 3,59 Euro. Schokolade, 100 Gramm, 79 Cent. Avocado-Sonderangebot, 35 Cent pro Stück.

Jede Ware, die wir an der Supermarktkasse aufs Band legen, hat ihren Preis.

Doch den bezahlen nicht nur wir, die Konsumenten, mit Münzen und Scheinen. Sondern auch Umweltaktivisten auf der ganzen Welt – mit ihrem Leben.

Paramilitärische Gruppen, Einsatzkräfte verschiedener Regierungen, Verbrecherbanden und Schmuggler haben im vergangenen Jahr 46 Umweltaktivisten ermordet. Menschen, die die Natur vor übermäßiger Tierhaltung oder dem Ausbau des Plantagenanbaus bewahren wollten.

► Im Schnitt sind das fast vier Morde an Umweltschützern pro Monat.

Das geht aus einem Bericht der Organisation “Global Witness” hervor.

Vor allem landwirtschaftliche Großbetriebe, die auf die Produktion von Fleisch, Kaffee oder Palmöl spezialisiert sind, haben Blut an den Händen. Bei den Opfern handelt es sich oft um Nachfahren der Ureinwohner, die versuchen, ihren Grundbesitz zu verteidigen.

Erschossen beim Protest gegen Plantagen

Eines der 46 Opfer 2017 war Ramón Bedoyas Vater, Hernán. Er wurde von einer kolumbianischen Miliz erschossen, weil er gegen den Ausbau von Palmöl- und Bananenplantagen protestierte. 14 Kugeln durchlöcherten ihn. 

Der HuffPost sagt Ramón Bedoya, sein Vater sei immer wieder bedroht worden. “Sie wollten ihn loswerden, denn sie wussten, dass er die Leute mobilisieren konnte.”

Die kolumbianischen Behörden hätten zwar von den Drohungen gegen Hernán gewusst, aber nichts getan, um sein Leben zu schützen.

Nun brauchen seine und andere betroffene Gemeinden Unterstützung, sagt Bedoya. Das Morden soll ein Ende haben. “Wir wollen nicht, dass noch mehr Blut vergossen wird.”  

► Nirgendwo auf der Welt leben Umweltschützer so gefährlich wie in Südamerika. Fast 60 Prozent aller Morde an Aktivisten wurden 2017 in diesem Teil der Welt verübt. 

Zählt man nicht nur die Aktivisten, die gegen...

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