Die Wiedergeburt des Ex-Weltfußballers

Vincent Wuttke
·Lesedauer: 3 Min.

Ein angetäuschter Schuss mit links, eine weitere Finte mit rechts und dann mit dem rechten Außenrist aus 15 Metern hinein ins Glück - mit seinem Treffer in er 90. Minute entschied Luka Modric den Clasico gegen den FC Barcelona für Real Madrid.

Das Tor zum 3:1-Endstand nach dem Tänzchen mit Barca-Keeper Neto symbolisierte die Wiedergeburt des einstigen Weltfußballers nach einem langen Leistungsloch - und das ausgerechnet vor dem Duell gegen Borussia Mönchengladbach in der Königsklasse (Champions League: Borussia Mönchengladbach - Real Madrid am Di. ab 21 Uhr im LIVETICKER).

Noch im September 2018 war der Mittelfeldspieler zum Weltfußballer gekürt worden - vor Cristiano Ronaldo und Mohamed Salah.

Modric hatte Real damals mit überragenden Auftritten zum vierten Champions-League-Titel in Folge geführt und bei der Weltmeisterschaft in Russland auch seine kroatische Nationalmannschaft als Kapitän unter anderem mit zwei eigenen Treffern bis ins Finale gegen Frankreich (2:4) gebracht.

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Modric war mit 33 Jahren am Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit angekommen.

Es folgten trotz der großen Erwartungen durch die Weltfußballer-Auszeichnung viele durchschnittliche Leistungen. Der Stratege fiel bei Real in ein Leistungsloch - das bis vor Kurzem anhielt.

In der Saison 2018/2019 kam Modric in der Liga nur auf drei Treffer und sechs Vorlagen, in der vergangenen Spielzeit waren es dann drei Tore und acht Assists in Spaniens Eliteklasse (SERVICE: Die Tabelle von La Liga).

Valverde läuft Modric den Rang ab

Der Kroate tauchte immer mehr ab im Starensemble. Im Mittelfeld stach neben Abräumer Casemiro und Spielgestalter Toni Kroos häufig Federico Valverde heraus und lief Modric den Rang ab.

Die vergangene Woche zeigte aber: Modric ist bei den Königlichen immer noch wichtig. Erst traf er beim enttäuschenden 2:3 gegen Donezk in der Champions League sehenswert in den Winkel und machte nun Barca zum Clásico-Verlierer.

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Der Einsatz am Sonntag war für den Mittelfeldmann ein persönlicher Meilenstein. Zum 350. Mal lief Modric - 2012 von Tottenham gekommen - in einem Pflichtspiel für Real auf und erhielt dafür ein Trikot mit der Aufschrift 350 von Präsident Florentino Perez.

Ex-Weltfußballer spielt um neuen Vertrag bei Real

Wie viele weitere Partien im weißen Shirt für den 35-Jährigen noch dazu kommen, hängt vor allem von Modric selbst ab.

Er spielt um einen neuen Vertrag beim spanischen Meister.

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Sein Kontrakt läuft im kommenden Sommer aus, Gespräche über ein neues Arbeitspapier geb es bisher nicht.

Modric betonte im Interview beim Magazin Four Four Two nach dem Clásico-Treffer, dass er in Madrid glücklich ist und bleiben möchte. Er sei laut Marca bereit, sein Gehalt zu senken und habe die Wunschvorstellung, seine Karriere später im weißen Trikot zu beenden.

Wie geht es für Modric weiter?

Ab dem 1. Januar darf der Ex-Weltfußballer auch mit anderen Teams verhandeln. "Ich habe noch dieses Jahr bei Real Madrid, und dann werden wir sehen, was passiert. Ich fühle mich gut und möchte noch ein paar Jahre weiter Fußball spielen. Wo? Wir werden sehen. Um ehrlich zu sein, habe ich nicht viel darüber nachgedacht", sagte der Kroate. "Ich konzentriere mich auf Madrid und die Dinge, die wir in dieser Saison erreichen können. Das ist mein einziges Ziel."

Für Modric ist die Situation kein Problem: "Ich bin seit acht Saisons hier und ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu allen Mitgliedern des Klubs aufgebaut. Egal, was passiert, es wird keine Probleme geben", versprach er.

Baldige Verhandlungen sind laut dem Kroaten nicht vereinbart. Damit der älteste Spieler des Kaders noch ein weiteres Jahr bei Real spielen darf, soll er wohl erst noch weitere Argumente sammeln. In der aktuellen Form ist ihm durchaus zuzutrauen, dass er eine ausreichende Zahl zusammenbringt.