Modewoche Moskau: "Bis zum letzten Knopf wird nichts hier produziert"

Mode in Russland? Auf der Moskauer Modewoche (20-26/06/2022) in der russischen Hauptstadt sind mehr als 100 Shows angesagt. Unter den Teilnehmern sind Trendsetter der russischen Mode wie Slawa Saizew, Valentin Yudashkin, Alena Akhmadullina und Julia Dalakian, aber auch Newcomer.

Aber knapp vier Monate nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine haben sich hunderte ausländische Unternehmen aus Russland zurückgezogen, an viele beliebte Bekleidungsmarken kommen die meisten Russen nicht mehr heran. Ersatz schaffen ist für die heimischen Modemacher in Zeiten weitreichender Sanktionen nicht einfach.

Olesya Shipovskaya, Modemacherin, Gründerin des Labels Lesyanebo:

"Unsere Kollektionen bestehen ausschließlich aus ausländischen Materialien, das heißt, außer dem Team gibt es nichts Russisches. Alles andere, von Aufbügel-Materialien bis zu Knöpfen, Verzierungen und Nähmaschinen, wird nicht in unserem Land produziert.“

Erstaunlich, meint sie. "So ein großes Land, tolle Ressourcen - warum wir nicht wenigstens etwas davon herstellen."

Du musst arbeiten

Allein der französische Mischkonzern LVMH (Christian Dior, Kenzo und Moët et Chandon) und die Fast-Fashion-Kette Zara des spanischen Konzern Inditex haben wegen des Ukraine-Krieges 626 Filialen in Russland vorübergehend geschlossen.

Yulia Skalatskaya, Modedesignerin:

„Ich arbeite nur mit italienischen Stoffen, wir verwenden nur Seide und Wolle in der Schneiderei. Natürlich ist es für mich jetzt viel schwieriger geworden, nach Italien zu reisen. Irgendwie kommt man schon an die Stoffe ran, auf Umwegen."

Sie glaubt, dass nur harte Arbeit russischen Designern helfen kann, in der neuen Realität zu überleben.

„Wenn man sich nur darauf verlässt, dass einige Marken fort sind und jemand seinen Platz geräumt hat, wird sich nichts ändern, nur weil sie gegangen sind“, sagt sie. "Du musst arbeiten."

su mit AP

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