Moderna beantragt Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder unter sechs Jahren

Corona-Impfspritzen von Moderna (AFP/Eugene Hoshiko) (Eugene Hoshiko)

Die US-Biotechnologiefirma Moderna hat in den USA die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder unter sechs Jahren beantragt. Das Unternehmen reichte seinen Antrag für eine Zulassung für Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren bei der US-Arzneimittelbehörde FDA ein, wie am Donnerstag aus einer Mitteilung hervorging.

Kinder bis fünf Jahre sind die einzige Altersgruppe in den USA und den meisten anderen Ländern weltweit, darunter Deutschland, für die noch kein Corona-Impfstoff zugelassen ist. Moderna sei überzeugt, dass sein Corona-Vakzin "in der Lage sein wird, diese Kinder sicher vor Sars-CoV-2 zu schützen", erklärte Moderna-Chef Stéphane Bancel. Dies sei sehr "wichtig in unserem anhaltenden Kampf gegen Covid-19 und wird besonders von Eltern und Betreuern begrüßt werden".

Im März hatte Moderna mitgeteilt, seine Tests hätten ergeben, dass die Verabreichung von zwei Dosen seines Impfstoffs für kleine Kinder sicher sei und eine starke Immunantwort erzeuge. Durch zwei Dosen à 25 Mikrogramm werde bei Babys, Kleinkindern und Vorschulkindern eine ähnlich hohe Zahl an Antikörpern gegen das Virus erzeugt wie bei 18- bis 25-Jährigen mit zwei Dosen à 100 Mikrogramm.

An der Studie waren nach Unternehmensangaben 4200 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren und 2500 Kinder zwischen sechs Monaten und zwei Jahren beteiligt. Die beobachteten Nebenwirkungen seien in der Regel mild und vergleichbar mit denen bei älteren Impflingen gewesen.

Die Wirksamkeit gegen eine Infektion war bei den Kindern unter sechs Jahren allerdings recht niedrig. Bei Kindern unter zwei Jahren lag sie laut Moderna bei 51 Prozent, bei Kindern zwischen zwei und fünf Jahren hingegen nur bei 37 Prozent.

Moderna verwies darauf, dass die Tests bei dieser Altersgruppe stattfanden, als bereits die hochansteckende Omikron-Variante vorherrschend gewesen sei. Auch bei Erwachsenen sei die Wirksamkeit des Impfstoffs während der Omikron-Welle nicht so hoch wie in den klinischen Tests, die vor der Ausbreitung von Omikron stattgefunden hatten.

Die relativ niedrige Wirksamkeit in den Tests mit den Unter-Fünfjährigen könnte aber dennoch die Zulassung des Impfstoffs für sie erschweren. Gerade bei sehr jungen Kindern müssen Nutzen und Risiken einer Impfung sehr sorgfältig abgewogen werden. Bei Kindern unter fünf Jahren ist das Risiko, durch eine Corona-Infektion schwer zu erkranken, sehr gering. Seit Beginn der Pandemie gab es in dieser Altersgruppe in den USA nach offiziellen Angaben nur 476 Todesfälle.

Der Moderna-Konkurrent Biontech strebt ebenfalls eine Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder unter sechs Jahren an. Der Antrag von Biontech/Pfizer auf eine Notfallzulassung wurde Anfang Februar bei der FDA eingereicht. Das Verfahren verzögerte sich allerdings, weil die US-Behörde weitere Studiendaten forderte.

yb/ck

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