Moderatorin in Ägypten spricht über Sex vor der Ehe und muss ins Gefängnis

Ein ägyptisches Gericht hat eine Fernsehmoderatorin zu drei Jahren im Gefängnis verurteilt, weil sie in ihrer Sendung über außereheliche Schwangerschaften gesprochen hat. Nach Justizangaben vom Freitag wurde Doaa Salah des "Verstoßes gegen öffentliche Sitten" schuldig gesprochen. Um bis zu einem eventuellen Berufungsprozess auf freiem Fuß zu bleiben, musste sie eine Kaution von 10.000 ägyptischen Pfund (etwa 488 Euro) zahlen.

Ein Anwalt hatte nach einer Sendung Salahs vom Juli Beschwerde eingereicht und den Gerichtsprozess angestoßen. Salah hatte in ihrer Show auf einem privaten Fernsehsender über das Szenario gesprochen, dass eine unverheiratet schwanger gewordene Frau nur für die Geburt des Kindes heiratet und sich direkt danach wieder scheiden lässt.

Nachdem sie ihr Publikum zu dem Thema befragte, soll sie Berichten zufolge zusammenfassend gesagt haben, dass "jeder die Idee abstoßend findet" und dass nicht alles, was außerhalb Ägyptens passiert, auch in der dortigen Gesellschaft möglich sei. Im islamisch-konservativen Ägypten ist Sex vor der Ehe ein Tabuthema.