Moderator Scarborough wirft US-Präsident Lügen vor

In der beispiellosen Auseinandersetzung mit Präsident Donald Trump hat US-Fernsehmoderator Joe Scarborough noch einmal nachgelegt.


Drei Spitzenleute des Weißen Hauses hätten ihn im Vorfrühling aufgefordert, Trump um Entschuldigung für seine Berichterstattung zu bitten, berichtete Scarborough. Der „National Enquirer“ arbeite an einer Geschichte über ihn und seine Kollegin Mika Brzezinski. Trump könne mit einem Anruf verhindern, dass sie veröffentlicht werde.

Trump twitterte dagegen, Scarboroughs Sender MSNBC habe ihn angerufen und gebeten, einen „National Enquirer“-Artikel zu stoppen. „Ich sagte Nein“, berichtet Trump. Scarborough konterte, er könne seine Darstellung mit Hilfe von Text- und Telefonbotschaften von Trump-Mitarbeitern beweisen. „Warum lügen Sie weiter über Dinge, die sich so einfach widerlegen lassen?“, fragte er. „Was stimmt mit Ihnen nicht?“

Scarborough und Brzezinski moderieren die Sendung „Morning Joe“ und sind privat liiert. Trump hatte sich am Donnerstag via Twitter über die Berichterstattung in der Sendung beschwert und ihr erbärmliche Einschaltquoten attestiert.


Brzezinski nannte er verrückt und dumm und Scarborough einen Psychopathen. Selbst der Trump sonst recht wohlgesonnene Sender Fox News sprach von „sexistischem Cybermobbing“.

In einem am Freitag in der „Washington Post“ erschienenen Meinungsartikel schrieben die beiden Moderatoren: „Wir sind beide sicher, dass der Mann mental nicht ausgerüstet ist, weiter unsere Show anzusehen.“ Ihre Bedenken über „sein entfesseltes Verhalten“ gingen weit über das Persönliche hinaus. Amerika frage sich erneut, ob dieser Mann für das Präsidentenamt geeignet sei. „Wir haben unsere Zweifel“, schrieben sie.