Modemarke Asos setzt auf falsche Babybäuche

Muss ein Modelabel echte Babybäuche zeigen? Das Netz diskutiert. (Symbolbild: ddp Images)

Schöne Mode für Schwangere zu finden, ist gar nicht so leicht. Und gerade bei Onlinekäufen ist es hilfreich, wenn die Kleidung an einem Model mit Babybauch präsentiert wird, um sich den Look am eigenen Körper vorstellen zu können. Das Label Asos greift dabei offenbar zu Tricks – doch das stört einige Userinnen.

Asos bietet eine große Auswahl an Schwangerschaftsmode – eigentlich sehr erfreulich. Doch offenbar tragen die Models dabei künstliche Babybäuche. Vielen Kundinnen dürfte das nicht aufgefallen sein – doch der britischen Bloggerin Louise Pentland offensichtlich schon.

Ein „schwangeres“ Model im Asos-Online-Shop. (Bild: Asos)

Sofort stellte sie das britische Label via Twitter zur Rede. „Warum benutzt ihr Models mit seltsamen Fake-Babybäuchen anstelle von schwangeren Models. Ich bin mir sicher, dass einige schwanger sind, aber viele sind einfach falsch“, schrieb sie.

Die Antwort von Asos ließ nicht lange auf sich warten. Und tatsächlich: Die Userin hat mit ihrer Vermutung voll ins Schwarze getroffen. Das Label setzt sogar komplett auf Fake-Babybäuche und nicht, wie von Louise vermutet, zum Teil auch auf echte Schwangere. Mit einer klaren Begründung:

„Das Wohl der Models ist uns wichtig. Wir wollen nicht, dass schwangere Models den ganzen Tag stehen müssen, deshalb benutzen wir künstliche Babybäuche“, heißt es seitens des Unternehmens.

Eine Antwort, die im Netz derzeit für ordentlich Zündstoff sorgt. Denn werdende Mamas und Frauen allgemein können und wollen nicht verstehen, was es mit dieser Erklärung auf sich hat. „Tut mir leid, Asos, aber ich habe 15-Stunden-Schichten in einem vollen Pub über Weihnachten gearbeitet, während ich im siebten Monat war … nur weil eine Frau schwanger ist, ist sie kein Krüppel (außer sie wird durch die Schwangerschaft tatsächlich beeinträchtigt)“, ärgert sich eine Twitter-Userin.

Eine andere schreibt: „Dem stimme ich zu 100 Prozent zu. Ich habe bis zur 37. Woche gearbeitet und 5-6-Stunden-Schichten als Kellnerin gemacht – oft sogar 11 Stunden.“ Eine weitere Userin sieht eine Ähnlichkeit zwischen Schwangerschaftsmode und Plus-Size-Bekleidung. Denn bei beiden werde, im Falle von Asos, ein verzerrtes Bild vermittelt. „Das ist wie bei den meisten Plus-Size-Models, die tragen maximal Größe 42/44. Kein realistisches Bild von Plus-Size.“

Ob sich das Label die Kritik zu Herzen nehmen und in Zukunft auf echte Babybäuche setzen wird? Die Firmenpolitik scheint ganz klar dagegen zu sprechen.