Model landet wegen Nacktfotos fast im ägyptischen Gefängnis

Marisa Papen, hier bei einer Ausstellungseröffnung 2015, bezeichnet sich selbst als exhibitionistischen Freigeist. (Bild: WENN.com)

Nackt zwischen Pyramiden: Ihre freizügigen Fotos hätten das belgische Model Marisa Papen beinahe ihre Freiheit gekostet.

Eigentlich wollte sie mit ihren Fotos an eine liberalere Zeit erinnern: Im April reiste Marisa Papen mit Fotograf Jesse Walker nach Ägypten, um zwischen den Pyramiden von Gizeh und im Säulen-Tempel Karnak Aktfotos zu machen. Dass sie sich damit auf gefährliches Terrain begeben, war den beiden zuvor bewusst, doch dass sie wirklich verhaftet werden würden, hatten sie nicht geglaubt.

Wie sie auf ihrem Blog berichtet, machten Papen und Walker die Fotos heimlich. Das Model nutzte dabei kurze unbeobachtete Momente, um sich auszuziehen und für die Kamera zu posieren. In Gizeh funktionierte das auch noch gut – die Belgierin und der australische Fotograf konnten mehrere Wachmänner bestechen, um ungestört arbeiten zu können.

Im strenger bewachten Karnak-Tempel in Luxor dauerte es jedoch nur wenige Momente, bis die beiden von der Polizei verhaftet wurden. „Wir haben versucht, ihnen zu erklären, dass das, was wir da machen, Kunst ist und wir es mit dem größten Respekt für die ägyptische Kultur tun“, erklärt Marisa Papen laut „Bild“. „Doch für die Menschen hier gibt es keinen Zusammenhang zwischen Nacktheit und Kunst. In ihren Augen war das Pornografie oder so.“

Da Nacktheit in einem historischen Tempel in dem islamisch geprägten Land kein Kavaliersdelikt ist, wurden die 25-Jährige und ihr Begleiter auf die Wache gebracht. Letztendlich konnten sie einer Gefängnisstrafe nur entgehen, weil Fotograf Walker von den Beamten unbemerkt unterwegs die Fotos – und damit alle Beweise des Nackt-Shootings – löschen konnte. Nach einigen Stunden zwischen Polizeistationen, Haftzellen und Gerichtssälen waren sie wieder frei.

Jesse Walker konnte einige seiner Fotos anschließend wiederherstellen, sodass sie Marisa Papen letztendlich doch noch veröffentlichen konnte. „Es gab eine Zeit, in der Frauen und Männer gleichberechtigt waren, ich wollte mit starken Bildern daran erinnern“, sagt sie gegenüber „Bild“.