Modekette H&M nimmt nach Rassismus-Vorwurf Sweatshirt aus Sortiment

Schriftzug des schwedischen Modelabels H&M

Nach heftiger Kritik an einer als rassistisch empfundenen Werbung hat die schwedische Modekette H&M einen umstrittenen Kapuzen-Pullover aus dem Sortiment genommen. Nicht nur das Foto des Kleidungsstücks, sondern auch das Sweatshirt selbst seien nicht mehr verfügbar, erklärte der Konzern am Dienstag beim Kurzmitteilungsdienst Twitter. Zuvor hatte auch der US-Basketballstar LeBron James H&M scharf kritisiert.

Auf der Website des Labels war am Montag noch vorübergehend ein kleiner dunkelhäutiger Junge in einem grünen Kapuzen-Pulli abgebildet, der den Schriftzug "Coolest Monkey in the Jungle" (Coolster Affe im Urwald) zeigte. H&M entschuldigte sich "bei jedem, den dies verletzt hat" und änderte die Werbung. Ein Foto des Kapuzen-Pullis ohne den Jungen stand jedoch zunächst weiter zum Kauf online.

NBA-Superstar James veröffentlichte am Dienstag bei Instagram eine Fotomontage, die den Jungen mit einer Krone auf dem Kopf zeigte, der Schriftzug auf dem Shirt war ebenfalls von einer Krone überdeckt. Dazu schrieb der dunkelhäutige Sportstar: "Ich sehe einen jungen König! Den Herrscher der Welt, eine unantastbare Kraft, die niemals angezweifelt werden kann!" Afroamerikaner müssten stets Hindernisse überwinden, gegen Vorurteile ankämpfen und härter für Anerkennung arbeiten als andere, schrieb James. Die H&M-Werbung hatte seit Sonntag im Netz Empörung ausgelöst.

In den vergangenen Jahren hatten Konzerne mehrfach Werbeskandale ausgelöst: 2014 musste das Modelabel Zara einen gestreiften Schlafanzug mit gelbem Stern zurückziehen, der an die Kleidung jüdischer Häftlinge in NS-Konzentrationslagern erinnerte. Im vergangenen Oktober sah sich die Pflegeprodukte-Marke Dove zu einer Entschuldigung veranlasst, nachdem in einer Werbung ein dunkelhäutiges Model nach dem Wechsel seines Tops in ein weißes mutiert war.