Mnangagwa verspricht Simbabwe nach Ende der Ära Mugabe "volle Demokratie"

1 / 2

Mnangagwa soll in Simbabwe Mugabe nachfolgen

Nach dem Rücktritt von Präsident Robert Mugabe hat sein designierter Nachfolger Emmerson Mnangagwa Simbabwe eine "volle Demokratie" versprochen. Bei einer Ansprache vor hunderten Anhängern beschwor Mnangagwa in der Hauptstadt Harare den Zusammenhalt in der Bevölkerung

Nach dem Rücktritt von Präsident Robert Mugabe hat sein designierter Nachfolger Emmerson Mnangagwa Simbabwe eine "volle Demokratie" versprochen. Bei einer Ansprache vor hunderten Anhängern beschwor Mnangagwa am Mittwoch in der Hauptstadt Harare den Zusammenhalt in der Bevölkerung des südafrikanischen Landes. Am Freitag soll der 75-Jährige nach Angaben von Parlamentspräsident Jacob Mudenda als neues Staatsoberhaupt vereidigt werden.

"Heute erleben wir den Beginn einer neuen und sich entfaltenden vollen Demokratie in unserem Land", sagte Mnangagwa bei seiner Rede. Hunderte Anhänger jubelten ihm zu. Manche von ihnen trugen Abbilder des 75-Jährigen auf ihren Oberteilen. "Wir wollen Wirtschaftswachstum, wir wollen Jobs. Alle patriotischen Simbabwer sollten zusammenkommen, zusammenarbeiten", forderte der designierte Präsident.

Mnangagwa, der sich nach seiner Entlassung als Vizepräsident Anfang November ins Ausland abgesetzt hatte, war zuvor auf dem Luftwaffenstützpunkt Manyame in der Hauptstadt gelandet. Unmittelbar danach traf er sich mit Vertretern des Politbüros der Regierungspartei Zanu-PF. Am Freitag wird Mnangagwa bei einer Zeremonie in Harare seinen Amtseid ablegen, wie Parlamentspräsident Mudenda ankündigte.

Mugabe hatte Simbabwe 37 Jahre mit harter Hand und zunehmend autokratisch regiert. In den vergangenen Tagen überstürzten sich dann die Ereignisse: Nachdem der 93-Jährige seinen Stellvertreter Mnangagwa entlassen hatte, um seine Frau Grace zu seiner designierten Nachfolgerin zu machen, stellte das Militär den Präsidenten unter Hausarrest. Die Zanu-PF setzte Mugabe als ihren Parteichef ab, das Parlament leitete ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn ein.

Diesem kam der Staatschef schließlich zuvor und legte am Dienstag sein Amt nieder. Sein Rückzug erfolge "freiwillig", erklärte Mugabe in seinem Rücktrittsschreiben. Grund sei seine Sorge um das Wohlergehen des Landes und sein Wunsch nach einer "friedlichen und gewaltfreien Machtübergabe".

Mnangagwa, wie Mugabe ein früherer Unabhängigkeitskämpfer gegen die britische Kolonialherrschaft, war jahrzehntelang ein treuer Gehilfe Mugabes. Er war unter anderem Finanz- und Verteidigungsminister und wird für brutale Unterdrückung verantwortlich gemacht - seine Skrupellosigkeit hat ihm in Simbabwe den Spitznamen "Krokodil" eingebracht. Mnangagwa unterhielt auch enge Beziehungen zum Militär. Als Wunschnachfolger der Armee für das Präsidentenamt galt der 75-Jährige schon länger.

Die Bundesregierung wertete Mugabes Rücktritt als Chance für einen Neuanfang in Simbabwe. Dieser müsse "unter Einschluss aller demokratischen und zivilgesellschaftlichen Kräfte erfolgen", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. Die Ereignisse der vergangenen Tage hätten "eindringlich gezeigt", dass die Menschen in Simbabwe einen "echten Neuanfang" wollten und ein Land, "das friedlich, gewaltfrei, demokratisch und pluralistisch ist".

Die Afrikanische Union begrüßte Mugabes Entscheidung, "nach einem ganzen Leben im Dienste der simbabwischen Nation" als Staatschef zurückzutreten. AU-Kommissionschef Moussa Faki Mahamat wertete das Eingreifen der Armee nicht als Militärputsch, sondern als Ausdruck der Bevölkerung nach "einem friedlichen Machtübergang". Der Rücktritt Mugabes ebne den Weg für "einen Übergangsprozess, der dem souveränen Volk Simbabwes gehört und von ihm geleitet wird".

China, das unter Mugabe zu einem wichtigen politischen und wirtschaftlichen Partner Simbabwes geworden ist, zollte Mugabe Respekt. Er bleibe "ein guter Freund des chinesischen Volkes", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. Auch die "freundliche Politik" gegenüber Simbabwe werde sich nicht verändern.