MLB: Judge homert, Yankee-Krise geht weiter

Trotz eines weiteren Homeruns von Shooting Star Aaron Judge geht die Krise der New York Yankees weiter, Manager Joe Girardi schlägt Alarm. Nach langer Regenpause sind die Minnesota Twins und Max Kepler chancenlos, die Houston Astros feiern als erstes Team ihren 50. Sieg. Und der Dreikampf an der Spitze der NL West tobt unvermindert weiter.

Trotz eines weiteren Homeruns von Shooting Star Aaron Judge geht die Krise der New York Yankees weiter, Manager Joe Girardi schlägt Alarm. Nach langer Regenpause sind die Minnesota Twins und Max Kepler chancenlos, die Houston Astros feiern als erstes Team ihren 50. Sieg. Und der Dreikampf an der Spitze der NL West tobt unvermindert weiter.

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American League

Minnesota Twins (36-34) - Chicago White Sox (32-39) 0:9 BOXSCORE

  • Unglaubliche vier Stunden und 50 Minuten mussten beide Teams aufgrund schlechten Wetters warten, bis es endlich losgehen konnte - die längste Regenpause in der Geschichte der Twins. White-Sox-Starter Jose Quintana wusste, wie er die Zeit am besten totschlagen konnte: Er schaute sich "Fast and Furious 7" und "Get Out" auf seinem Tablet an.
  • Danach waren die Twins chancenlos gegen Quintana (6.2 IP, 9 SO), der auf dem Mound überragte und nur fünf Singles zuließ. Zwei Reliever machten den 7-Hitter perfekt, der Deutsche Max Kepler ging in vier At-Bats leer aus (2 Strikeouts).
  • Die Offense erlaubte Twins-Starter Nik Turley derweil nur zwei Outs, dafür gab der zwei 2-Run-Homeruns ab. Es wurde so schlimm, dass im neunten Inning Backup-Catcher Chris Gimenez werfen durfte - und der gab trotz zweier Hits keinen Run ab. Sein ERA in sechs Auftritten in dieser Saison: 7.20.

Texas Rangers (36-36) - Toronto Blue Jays (35-37) 11:4 BOXSCORE

  • Matchwinner für die Rangers war Center Fielder Carlos Gomez der zwei Homeruns schlug und insgesamt 5 RBI sammelte. Dabei wurde nach seinem 3-Run-Shot im dritten Inning ein Hahnenschrei über die Stadionlautsprecher abgespielt. Der Clou: Den hatte Gomez selbst bei der Audio-Crew abgegeben - damit der bei Teamkollege Joey Gallo gespielt würde. Dessen Nachname bedeutet auf spanische schließlich "Hahn". "Ich wollte mir mit ihm einen Scherz erlauben, aber sie haben es verwechselt und für mich gespielt", erklärte er später.
  • First Baseman Mike Napoli und Catcher Robinson Chirinos schlugen weitere Homeruns für die Rangers, die Torontos Starter Marcus Stroman (4 IP, 7 ER) einen üblen Arbeitstag bescherten. Chirinos schlug zudem noch zwei Doubles.

Oakland Athletics (31-42) - Houston Astros (50-24) 9:12 BOXSCORE

  • Die Astros sind das erste Team in der MLB mit 50 Siegen. Dabei kam Lieblingsgegner Oakland gerade recht: Durch den Sieg, der erst durch ein 6-Run-Inning der A's im achten Durchgang noch einmal spannend wurde, wurde der Sweep der Serie perfekt gemacht, außerdem war es der zehnte Sieg des Teams in Oakland in Serie. Auswärts steht man in diesem Jahr zudem bei der unfassbaren Bilanz von 27-8.
  • Bester Mann bei den Astros war der frühere Athletic Josh Reddick. Der Outfielder legte einen Homerun, ein Double und ein Triple auf und schrammte so nur knapp am Cycle vorbei. "Gegen dein altes Team willst du immer besonders gut aussehen", erklärte er. "Aber ich schlage sie so oder so gern, ob mir nun vier Hits gelingen oder gar keiner."
  • Sorgen müssen sich die Astros, die nach zwei Innings bereits 10:0 geführt hatten, nur um Lead-Off-Hitter George Springer machen. Der Center Fielder, der bereits 21 Homeruns in diesem Jahr geschlagen hat, wurde von einem Fastball von Jesse Hahn (2 IP, 9 ER) an der linken Hand getroffen. Gebrochen ist allerdings nichts. "Ich hoffe, dass er morgen spielen kann", sagte Manager A.J. Hich.

Baltimore Orioles (35-37) - Cleveland Indians (39-32) 3:6 BOXSCORE

  • Einen MLB-Negativrekord aufzustellen, ist angesichts der langen Geschichte der Liga gar nicht so einfach. Die Baltimore Orioles und ihre schwachen Pitcher sind allerdings ganz nah dran: Zum 19. Mal in Folge gab das Team mindestens fünf Runs ab. Der Rekord liegt bei 20 Spielen - von den Philadelphia Phillies aus dem Jahr 1924!
  • Die Indians wiederum fuhren aus den letzten acht Spielen den siebten Sieg ein. Starter Mike Clevinger pitchte fünf solide Innings (2 ER), den Rest erledigte der Bullpen. Center Fielder Austin Jackson (3-5) kam auf 3 RBI.

New York Yankees (39-31) - Los Angeles Angels (38-38) 5:10 BOXSCORE

  • Aaron Judge hat es schon wieder getan: Der Outfielder der Yankees schlug im zweiten Inning einen tiefen 3-Run-Homerun. Schon sein 25. Long Ball des Jahres, er führt die Liga weiter an. Trotzdem setzte es für die Yankees eine weitere Pleite - aus den letzten neun Spielen hat man nur eines gewonnen. "Wir machen momentan eine schwere Phase durch", musste Manager Joe Girardi zugeben. "Da gibt es eine Fehler, die wir ausmerzen müssen, kein Zweifel."
  • 5:1 hatten die Bronx Bombers nach dem Homer von Judge geführt, aber Starter Luis Severino (6 IP, 6 R, 5 ER) gab die Führung wieder her, und dann versagte mal wieder der Bullpen. Sogar der sonst so unangreifbare Dellin Betances kassierte in 0.2 Innings gleich zwei Runs.
  • Bester Mann bei den Angels war Center Fielder Cameron Maybin, der einen Homerun schlug, zwei Walks zog und seine 22. Base der Saison klaute. Niemand in der MLB hat mehr. "Ich verursache gern Chaos", erklärte er. "Das macht den Gegner nervös."

Seattle Mariners (38-37) - Detroit Tigers (32-40) 9:6 BOXSCORE

  • Der 23 Jahre alte Andrew Moore hatte seine Saison für die Mariners in der Double A begonnen, quasi in der dritten Liga. Von achten Spielen in der Triple A hatte er nur eins verloren - und gegen die Tigers durfte er zum ersten Mal in der MLB ran. Der Righty erledigte seinen Job sehr ansprechend (7 IP, 3 ER) und war danach völlig aus dem Häuschen: "Ich hab nur einmal geblinzelt und schon war es vorbei. Das Spiel ist richtig vorbei geflogen. Unglaublich."
  • Seinen Job sehr viel einfacher machte Second Baseman Robinson Cano. Der hatte zwei Hits, aber wenn der erste ein 2-Run-Homerun und der zweite ein Grand Slam ist, dann reicht das auch. "Meine Statistiken sind mir eigentlich egal, aber manchmal hat man Spieler in Scoring Position. Es geht mir nicht darum, wie viele Homeruns ich schlage. Ich muss einfach meinen Job machen, wenn wir Spieler in Scoring Position haben."
  • Der Grand Slam ging auf das Konto von Tigers-Reliever Francisco Rodriguez. Seinen Job als Closer hatte "K-Rod" bereits verloren, angesichts eines ERA von 7.82 ist es fraglich, wie lange er bei den Tigers in dieser Form noch durchhält.
  • Die Mariners stehen durch den Sieg zum ersten Mal in dieser Saison mit einer positiven Bilanz da.
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National League

Philadelphia Phillies (23-48) - St. Louis Cardinals (33-38) 5:1 BOXSCORE

  • Gegen das schlechteste Team der MLB hatten sich die Cardinals das Ergebnis sicher anders vorgestellt, zumal sie ihr Ass Carlos Martinez auf dem Mound hatten. Aber der hielt nur 6 Innings durch und gab drei Runs ab, darunter zwei Earned Runs (nur 4 Strikeouts). Überhaupt machten es sich die Cards mit insgesamt drei Errors das Leben selbst schwer, so waren auch drei Runs insgesamt unearned.
  • Aber auch das hätte nicht zum Sieg gereicht: Angeführt vom bockstarken Aaron Nola gelang den Phillies ein 4-Hitter, Nola musste lediglich im achten Inning einen Solo-Homerun von Paul DeJong hinnehmen. "Ich weiß, wozu ich fähig bin", sagte er nach der Partie. "Heute war ich ich selbst. Ich hatte Vertrauen in all meine Pitches."
  • Für die Phillies schlugen Freddy Galvis und Tommy Joseph jeweils Solo-Homeruns.

Milwaukee Brewers (40-35) - Pittsburgh Pirates (33-40) 4:2 BOXSCORE

  • MLB-Rekord für Corey Knebel von den Brewers: Der Reliever verbuchte seinen insgesamt 12. Save der Saison, viel wichtiger aber: Dabei gelang ihm ein Strikeout. Es war sein 38. Auftritt seit dem Saisonstart - und zum 38. Mal gelang ihm mindestens ein Strikeout. Das hatte es zu Beginn einer Saison noch nie gegeben. "Er war heute so gut wie sonst auch immer", lobte Manager Craig Counsell. "Er sollte auf seine Leistung stolz sein, das ist etwas Besonderes."
  • Knebel (0.96 ERA) steht in dieser Spielzeit jetzt bei 65 Strikeouts in 37.2 Innings. Um den Saison-übergreifenden Rekord zu knacken, fehlen ihm noch 12 Spiele. Aroldis Chapman hatte 2013/2014 49 Spiele in Folge immer mindestens ein K gesammelt.
  • Als Hitter glänzte an diesem Abend Third Baseman Travis Shaw (3-4). Ihm gelangen ein Solo-Homerun und zwei Doubles, so gingen drei der vier RBI auf sein Konto. Das genügte Starter Chase Anderson (6 IP, 2 ER).

Colorado Rockies (47-28) - Arizona Diamondbacks (46-27) 3:10 BOXSCORE

  • Nach dem ersten Batter des Spiels führten die Rockies 1:0 - Justin Blackmon gelang gegen Arizonas Starter Zack Godley (7 IP, 3 ER) ein Leadoff-Homerun. Doch danach spielten nur noch die Diamondbacks, die auf 11 Hits und vier Walks kamen, darunter 3-Run-Homeruns von Second Baseman Chris Owings und First Baseman Paul Goldschmidt. So stand es zwischenzeitlich 10:1. "Wir haben unseren Job gemacht", sagte Godley. "Es zeigt, dass wir derzeit gut drauf sind. So müssen wir weitermachen."
  • Auf der Gegenseite kassierte Starter Antonio Senzatela in fünf Innings gleich 9 Runs - sein ERA hat sich auf mittlerweile 4.79 hochgeschraubt. "Ich habe mich zwar gut gefühlt, aber ein paar Pitches waren zu hoch und sie haben mich erwischt. Ich konnte meinen Fastball nicht so gut platzieren."
  • In der unglaublich engen NL West bleiben die Diamondbacks damit hauchdünn vor den Rockies und 1.5 Spiele hinter den Dodgers. Keine andere Division hat mehr als ein Team mit mehr als 40 Siegen.

Miami Marlins (32-39) - Chicago Cubs (37:35) 1:11 BOXSCORE

  • Die Cubs hatten nur sechs der letzten 22 Auswärtsspiele gewonnen, doch gegen die Marlins lieferten die Stars ab. Starter Jake Arrieta überzeugte in sieben Innings (1 ER, 3 SO) und lieferte zudem an der Platte zwei Hits, MVP Kris Bryant (2-4, 3 RBI) schlug einen Homerun, und das gleiche gelang Catcher Willson Contreras. Doch der Mann des Abends war Shortstop Addison Russell mit gleich vier Hits, darunter ein Solo-Shot im sechsten Inning. "Das war schön zu sehen", sagte er anschließend. "Unsere Schläger waren heute Abend lebendig."
  • Bis auf den 20. Homerun von Marcell Ozuna gab es für die Marlins nichts zu feiern. "Wir haben immer damit zu kämpfen, Innings zu beenden", monierte Starter Jeff Locke (4 Ip, 5 ER). "Da braucht es drei Outs, nicht nur zwei. Das muss sich ändern."

Atlanta Braves (34-38) - San Francisco Giants (27-48) 12:11 BOXSCORE

  • Stolze acht Runs gelangen den Braves im fünften Inning, so viele Runs in einem Durchgang hatte man seit sechs Jahren nicht mehr erzielt. So stellte man von 4:6 flugs auf 12:6, warf den gegnerischen Starter Matt Cain (4 IP, 7 ER) aus dem Spiel und gab dem Bullpen einen Vorsprung auf den Weg, den der auch brauchte. "Wenn ein Mann heiß wird, zieht der Rest nach", sagte Pinch-Hitter Lane Adams, dem ein 3-Run-Homerun gelang. "Es war ein großartiges Inning."
  • Neben Adams homerten drei weitere Braves, auch die Giants schlugen drei Long Balls. Insgesamt bekamen die Zuschauer gleich 31 Hits und zehn Pitcher zu sehen. Über dreieinhalb Stunden dauerte es, bis die neunte Niederlage der Giants in den letzten zehn Spielen feststand.

Los Angeles Dodgers (48-26) - New York Mets (31-41) 6:3 BOXSCORE

  • Sweep! Insgesamt 15 Homeruns schlugen die Dodgers in den vier Spielen gegen die Mets, Klubrekord. Am Donnerstag kamen drei davon zustande, unter anderem durch Trea Turner und Joc Pederson. "Wir sind wahrscheinlich das heißeste Team in der Liga derzeit", sagte Outfielder Enrique Hernandez.
  • Angesichts von 13 Siegen aus den letzten 14 Spielen kann man da nur schwer widersprechen. Starter Hyun-Jin Ryu machte seine Sache ordentlich (5 IP, 2 ER), Closer Kenley Jansen (0.87 ERA) ist unangreifbar, und das Lineup schlägt die Dinger aus dem Stadion. "Unglaublich", staunte Mets-Manager Terry Collins über die 15 Homeruns. "Ich habe schon viele Abende im Dodgers Stadium erlebt, in denen der Ball nicht geflogen ist. Diesmal flog er raus wie nichts."
  • Bei den Mets schaffte nur Center Fielder Curtis Granderson ein Multihit-Game, darunter war sein neunter Homerun der Saison.

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