Mladenow verzichtet auf Posten des UN-Gesandten für Libyen

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Der bulgarische UN-Diplomat Nikolaj Mladenow

Die UNO muss weiter nach einem neuen Sondergesandten für Libyen suchen. Der bislang für den Posten vorgesehene bulgarische Diplomat Nikolaj Mladenow erklärte aus "persönlichen und familiären Gründen" seinen Verzicht, wie UN-Sprecher Stephane Dujarric am Dienstag in New York mitteilte. Die UNO hatte die Nominierung des 48-Jährigen erst vor einer Woche bekanntgegeben.

Mladenow ist bislang UN-Beauftragter für den Nahen Osten. Seine Amtszeit auf diesem Posten läuft am 31. Januar ab. Mladenow will dann nach Angaben des Sprechers ganz aus der UNO zurücktreten.

Um die Neubesetzung des Postens des Libyen-Sondergesandten war in den vergangenen Monaten bei der UNO heftig gerungen worden. Dujarric teilte nun mit, die kommissarisch mit der Rolle beauftragte US-Diplomatin Stephanie Williams werde nach Mladenows Verzicht diese Aufgabe vorerst weiterhin übernehmen. Williams hatte im November eine Einigung auf Wahlen in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland im Dezember 2021 erzielt.

Der frühere UN-Sonderbeauftragte für Libyen, der Libanese Ghassan Salamé, war Anfang März zurückgetreten. Er führte dafür gesundheitliche Gründe ins Feld. Seither gibt es keinen regulären Nachfolger auf dem Posten.

Im Ringen um die Neubesetzung forderten die afrikanischen Staaten über Monate hinweg, einen Afrikaner zu ernennen. Die USA lehnten zwei afrikanische Kandidaten für den Posten jedoch ab, ohne dafür Gründe zu nennen. Afrikanische Staaten blockieren ihrerseits wiederum zeitweise die Ernennung Mladenows.

Libyen ist seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 von gewaltsamen Konflikten und Chaos geprägt. Die von der UNO anerkannte Einheitsregierung in Tripolis befindet sich seit Jahren im Krieg mit dem General Chalifa Haftar, dessen Truppen große Gebiete im Osten und Süden des Landes kontrollieren und der eine im ostlibyschen Tobruk angesiedelte Gegen-Regierung unterstützt.

dja