Warum Mitarbeiter öfter kündigen, wenn ihr Chef sie bevorzugt

Business Insider Deutschland
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Toxische Führung kann sich negativ auf das Unternehmen auswirken — besonders dann, wenn Vorgesetzte einige Angestellte gut behandeln und andere schlecht. Ein solcher Führungsstil hat zur Folge, dass vorherrschende Gefühle im Team Scham und Sorge sind: sowohl bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die angefeindet werden, als auch bei denen, die besser behandelt werden.

Wer benachteiligt wird, empfindet sich als „schwächstes Glied“ des Teams. Wer bevorzugt wird, hat dagegen Angst vor sozialem Ausschluss, weil das Team glauben könnte, man sei mit dem Chef verbündet. Daher sind bevorzugte Angestellte paradoxerweise eher bereit, zu kündigen. Zu diesem Untersuchungsergebnis kam der Psychologe Benjamin Korman der Kühne Logistics University (KLU).

Korman und sein Team führten zwei Online-Experimenten mit 195 und 231 Testpersonen durch. Die Untersuchung ergab, dass die Unterteilung in bevorzugte und benachteiligte Mitarbeiter sich sogar negativer auf das Unternehmen auswirkt, als wenn alle Angestellten gleich schlecht behandelt werden. Werden alle schlecht behandelt, sind Korman zufolge weniger von ihnen motiviert das Team zu verlassen — da sie dasselbe Schicksal teilen und sich somit nicht sozial ausgeschlossen fühlen oder Scham empfinden.

Doch geringe Fluktuation alleine ist kein guter Indikator für gute Führung. Daher sollten laut Korman jährliche Befragungen zur Zufriedenheit der Angestellten durchgeführt werden. „Selbstverständlich sind jegliche Methoden toxischer Führung — ob nun alle oder nur einzelne Angestellte betroffen sind — absolut abzulehnen“, sagt Korman. Betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten in einem solchen Fall Rat in der Personalabteilung suchen oder die Führungskraft direkt auf ihr Verhalten ansprechen.

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